Hans-Joachim Heyer

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deenfrit
(Klaus Schwab: Covid-19: Der große Umbruch) Im Kapitel "Globalisierung und Nationalismus" wird keine Utopie ausgebreitet, sondern das gegenwärtige System untersucht. Schwab meint, dass die Globalisierung (weltweite Verflechtung der Wirtschaft und des Handels) dem Nationalismus entgegenstehe. Die Pandemie habe beispielsweise zu Grenzschließungen und damit zum Wideraufleben des Nationalismus geführt. Schwab meint, ein Trilemma entdeckt zu haben, bei dem stets nur 2 Elemente gleichzeitig realisiert und das jeweils dritte ausgeschlossen werden. Die 3 Elemente heißen "Globalisierung, Demokratie und Nationalstaat".
Ich sehe kein Trilemma, weil ich nirgendwo eine Demokratie sehe, und zwar aus dem einfachen Grund, dass für die Existenz einer Demokratie UNBEDINGT die ehrliche Information aller Bürger erforderlich ist, also das VERBOT von Staatslügen und Propaganda. Diese ehrliche Information gibt es aus zwei Gründen nicht:
1. Die Herrschenden lügen und betreiben Propaganda und
2. Das Volk ist nicht an Wahrheit interessiert, sondern will hinter autoritären Führern hinterherlaufen.
Dieses Trilemma gibt es nicht.
Auf den Seiten 124 und 125 wird ganz wenig über den "Great Reset" gesagt: dass die Lieferketten verkürzt und der Luftverkehr stigmatisiert wird. Das war's dann auch schon wieder.
Eine lokale Produktion und lokaler Verbrauch von Gütern bedeutet nicht das Erstarken des Nationalismus. Deshalb teile ich nicht seine Meinung, die Pandemie werde zu mehr Protektionismus und Nationalismus führen. Im Gegenteil: Die Pandemie wird genutzt, um die Weltregierung als Retterin der Welt aufzubauen und beliebt zu machen. Protektionismus und Nationalismus werden zurückgedrängt, und trotzdem werden die Lieferketten verkürzt und die Wirtschaft lokaler.
Im Kapitel "Globale Ordnungspolitik" bemängelt Schwab das fehlende Verantwortungsbewusstsein der Eliten. Er meint, es fehle eine Macht, die eine globale Führungsrolle übernehmen könnte. Wieder einmal verschleiert er die Tatsache, dass es eine Weltregierung gibt, nur entspricht diese nicht dem Klischee, immer nur das Beste zu wollen. Er sieht in dem vielen Schlechten, das offensichtlich geschieht, ein Versagen bzw. die Nichtexistenz einer globalen Ordnungsmacht.
DAS ist eine Fehlwahrnehmung, resultierend aus der Annahme, dass alles Schlechte und Böse nicht intendiert sein könne. Überbevölkerung der Welt, Vergiftung der Böden und der Nahrung, Vermüllung der Ozeane, Überfischung, Verschwendung von Ressourcen, Pervertierung der Pharmaindustrie - das alles sind keine Folgen von Regierungsversagen, sondern gezielte und geplante, gewinnversprechende Regierungsentscheidungen (Schaden sozialisieren, Gewinne privatisieren).
Der Konflikt zwischen den USA und China hat nichts mit einer Utopie, die einem "Great Reset" folgen soll, zu tun. Das ist "Geschichte" des gegenwärtigen Paradigmas.
Das Kapitel über "Schwache und Scheiternde Staaten" (S. 147) geht völlig an der Realität vorbei. Es fällt kein Wort, dass diese Staaten schwach und/oder gescheitert sind, nicht weil die Unfähigkeit ihrer Regierungen dazu geführt haben, sondern weil die Imperien (seit 1990 die USA) alles getan haben, um diese Staaten schwach zu halten. Wollte eine Regierung eines schwachen/gescheiterten Staates Positives bewirken, wurde selbst vor Morden nicht zurückgeschreckt, um diese armen Staaten im Elend zu halten. Siehe das Sachbuch von Perkins über die Economic Hitmen https://de.wikipedia.org/.../Bekenntnisse_eines_Economic....
Schlimmer noch: Schwab führt die wachsende Schwäche dieser Staaten auf rückläufige Hilfslieferungen (wg Pandemie) zurück. Kein Wort darüber, dass diese "Hilfslieferungen" immer an Bedingungen geknüpft sind, die man als Knebelungen sehen muss, die verhindern, dass der gebeutelte Staat jemals auf die Beine kommt.
Auch Schwabs Erzählung vom Massensterben in den armen Ländern aufgrund Covid-19 und notwendigen Lockdownmaßnahmen sind unsinnig, weil es aufgrund des Virus kein Massensterben gab und gibt und allein die vom Imperium verhängten Maßnahmen zur weiteren Schwächung dieser Staaten führen.

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