Hans-Joachim Heyer

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In allen mir zugänglichen Bibeln außer der Lutherbibel 1545 und der L1912 steht in Johannes 17 statt des lutherischen Wortes "Verklärung" das Wort "Verherrlichung". Dieser Umstand ist EINER der vielen Gründe, dass ich die alte Lutherbibel allen anderen vorziehe, denn Verherrlichung ist durchaus NICHT dasselbe wie Verklärung.

Das Wort Verherrlichung suggeriert bloß Machtzunahme; Verklärung hingegen Zunahme an innerer und äußerer Klarheit des Geistes/Bewusstseins, der Ursache der Machtzunahme.

Vers 2 erklärt, dass Jesus verklärt wurde, gleichwie der Vater ihm Macht gegeben hat über das Fleisch, aufdass er das ewige Leben geben könne. Jesus erklärt also, dass der Verherrlichung die Verklärung (zeitlos-ewig) folgt. Zuerst bekam Jesus die Macht über das Fleisch, und (mit) diese(r) Macht veränderte (er) das Fleisch, auf dass es der Vergänglichkeit entzogen und ewig - verklärt - wird.

Das ewige Leben setzt Jesus wiederum gleich mit der Erkenntnis Gottes (V. 3). Ohne Gott erkannt zu haben, ist es unmöglich, die Wahrheit zu erkennen. Warum? Weil Gott >die Wahrheit< ist. Auch hier ist die alte Lutherbibel genauer, denn alle andern Übersetzungen schreiben bloß: "Gott ist Wahrheit" statt des richtigen "Gott ist DIE Wahrheit" (V 17).

Vers 8 birgt einen weiteren Hinweis, der die Sache mit der Gottgleichheit Jesu erklärt, denn dort steht, Gott habe Jesus WORTE gegeben. Wäre Jesus immer Gott gewesen, hätte er diese Worte bereits gehabt, aber nein, er BEKAM sie! Die Zeugen Jehovas schließen daraus, dass Jesus eine Schöpfung Gottes sei. Das stimmt zwar, ist jedoch nicht die (ganze) Wahrheit, denn sie unterschlagen, dass Jesus nach der Verklärung nicht mehr ein Geschöpf Gotts war, sondern Gott selbst ist: Vers 5: "Und nun verkläre mich du, Vater, bei dir selbst mit der Klarheit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war." Als Jesus das Ewige Leben erhalten hatte, war er von da an sozusagen rückwirkend von Anfang an in der ewigen Allgegenwart und war KEIN Geschöpf mehr, sondern Schöpfer.

Beides steht in der Bibel: dass Jesus an Weisheit zunahm UND dass er allwissend ist. Man bekommt beide Aussagen nur widerspruchsfrei zusammen, wenn man die "Wechselwirkung" von Zeitlichkeit und Ewigkeit kennt. Wenn man sie kennt, weiß man, dass man sein der Zeit unterworfenes Wissen durch Reflektion transzendieren und damit der Zeitlichkeit/Vergänglichkeit entheben und damit verewigen kann. Echtes Bewusstsein ist unsterblich; das falsche Bewusstsein der Materialisten unterliegt dem Tod. Das wahre ICH lebt (ewig); das falsche Ich, das EGO, stirbt.

Jesus kam als Geschöpf Gottes als unwissender, sterblicher Mensch auf die Welt, wurde von Gott berufen und auserwählt, suchte Wahrheit, fand DIE Wahrheit - Gott, überwand die Sünde und die Begrenzung des Fleisches, wurde eins mit Gott, erkannte sich als Inkarnation (Avatar) Gottes - wurde verklärt, überwand Raum und Zeit, ging IN den Vater und IN den Seelenkern des Menschen als Heiliger Geist (Tröster), und von da an ist er von Anfang an, bevor die Welt geschaffen wurde.

Wäre es anders, könnte Jesus nicht unser Vorbild sein, denn wäre er bei seiner Geburt ins Fleisch im Jahre Null nicht Mensch gewesen, sondern sofort der allwissende und allmächtige Gott, hätten wir als Menschen keine Chance, es ihm gleichzutun. Aber wir haben diese Chance, denn auch wir sind fleischlich geboren, können das Fleisch überwinden und Gottes Kinder werden wie unser Vorbild Jesus. Jesus selbst sagte es, indem er einen Psalm zitierte: "Ihr (Menschen) seid Götter!" Er meinte damit Kinder und Erben Gottes.

Auch die Sache um Berufung und Auserwählung der Seinen muss anders verstanden werden, als gewöhnlich gepredigt wird. Der Mensch wird nämlich NICHT "von Kindesbeinen" an oder später auserwählt! Erst wenn er den ersten Schritt gemacht hat und Wahrheitssucher geworden ist und Gott erkannt hat, dann erst wurde er nachträglich von Gott erkannt, berufen und auserwählt, und zwar von Kindesbeinen an, wie ich selbst bestätigen kann. Gott ist gerecht! Es stimmt NICHT, dass es seiner Verantwortung oblag, bestimmte Menschen ungerechterweise NICHT zu berufen und auszuerwählen und damit der Hölle zu übergeben.

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