Hans-Joachim Heyer

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Ich hatte wieder einmal Besuch von Mormonen, obwohl ich ihnen einige Wochen zuvor versichert hatte, dass ich niemals ihrem Verein beitreten werde. Das Buch Mormon enthalte keinerlei Aussage, die in irgendeiner Weise die Bibel ergänze, sondern sei nichts als eine einfache Nacherzählung einiger biblischer Geschichten auf einem anderen Schauplatz. Die Beiden bestätigten die Einschätzung sogar und verwiesen auf den Untertitel des Buches: "Ein weiterer Zeuge für Jesus Christus".
Ich sagte daraufhin, dass ich diesem "weiteren Zeugen" nicht vertraue; ich habe da schon Probleme mit dem "Ersten Zeugen", nämlich der Bibel, und ich erklärte ihnen meinen langen Weg auf der Suche nach der glaubwürdigsten Bibelübersetzung ins Deutsche. Ich erzählte, wie ich herausfand, dass es mittlerweile verschiedene sogenannte "Urtexte" gibt, den Mehrheitstext und den von den Bibelwissenschaftlern Nestle und Aland aus anderen, angeblich älteren, Quellen >gefertigen< "Urtext", vergleichbar mit dem Kampf von Westcott und Hort gegen die King James Bibel von 1611.
Die "modernen" Übersetzungen erkannte ich als Werke, die dem Zeitgeist näher und demzufolge Gott ferner stehen. Allein das Wort "Bibelwissenschaft" beweist die Gottferne der sie Praktizierenden, denn der Wissenschaft fehlt die geistige Dimension, die zum Bibelverständnis nötig ist. Wissenschaft ist Weisheit der Welt im Gegensatz zur Weisheit Gottes (s. zB 1 Kor. 2,6-8). Aufgrund meines Misstrauens in menschliche Werke suchte ich nach der vertraunswürdigsten deutschen Übersetzung und fand als Einzige die Lutherbibel von 1545. In ALLEM, was danach kam, vermute ich bereits den Einfluss politischer Interessen von ebensolchen Leuten, wie die in 1. Kor. 2, Vers 8, die Jesus gekreuzigt haben.
Und nun kommt im Jahr 1823 Joseph Smith mit einem Text aus völlig dubioser Quelle, der absolut nichts enthält, was nicht zehnmal besser und vertrauenswürdiger in meiner alten Lutherbibel (oder ihrer KJ1611) steht. Wozu sollte ein Engel zentnerweise beschriebene Gold- und Kupferplatten bringen, auf denen nichts steht, was es in Gestalt der KJ1611 nicht längst schon in jedes Amerikaners Wohnzimmerschrank stand.

Die Mormonen sagten daraufhin, dass Joseph Smith mit der Situation der Christenheit in Amerika sehr unzufrieden war. Sie war gespalten in Hunderte Denominationen, und Smith war verzweifelt auf der Suche nach jener Denomination, die wirklich recht hatte mit ihrer Bibelauslegung. Er habe gebetet um Antwort auf seine große Frage, welcher Denomination er beitreten solle. Und eines Tages erschienen ihm Gott und Jesus Christus als Lichtgestalten, und Jesus sagte, er solle keiner dieser Gemeinschaften beitreten. Er werde ihn zum Gründer der wahren Kirche machen und so weiter. Smith bekam jedoch keine wahre Bibelauslegung, sondern sozusagen eine "neue Bibel", eine inhaltlich stark gekürzte und vereinfachte Billigversion der KJ1611, spielend auf einer anderen Bühne.

Ich stelle fest, dass das Alleinstellungsmerkmal der "Kirche der Heiligen der Letzten Tage" einzig eine andere Örtlichkeit, also etwas völlig Weltliches, ist, und dass der Glaube der Mormonen absolut nichts geistlich Lehrmäßiges aufweise, was man nicht auch (und besser!) in der Bibel finden kann. Insofern kann ich die Mormonen zwar irgendwie als Christen anerkennen, aber da sie sich dermaßen auf ihr weltliches, also irrelevantes, Alleinstellungsmerkmal versteift haben, muss ich ihnen ein Fehlverständnis des Christentums attestieren. Es geht nicht darum, ob eine Wahrheit in Jerusalem, Korinth, Galatien oder Amerika gepredigt wird, sondern allein darum, dass es die Wahrheit ist!
Wenn ich Bibel und das Buch Mormon vergleiche, stelle ich fest, dass die Bibel dem Buch Mormon Hundertfach überlegen ist. Die Bibel ist ein Buch, das sich selbst erklärt. Sie ist ein filigranes Gewebe, das durch jedes weitere Wort nur beschädigt, niemals ergänzt oder gar vervollkommnet wird.

Wenn Smith auf der Suche nach einer Denomination, in der die Wahrheit gelehrt wurde, war - warum gab der Engel Smith nicht die Erkenntnis des Wesens von Alleinstellungsmerkmalen: dass sie weltlich, also irrelevant, sind und nur zur Spaltung der Kirche führten und noch führen, weil die Leute nicht verstehen, dass jeder Mensch einen anderen Erkenntnisstand hat und dadurch die Bibel anders auslegt. Es ist eine Unart, jeden gleich in die Hölle zu schicken oder als Irrlehrer zu beschimpfen, bloß weil er die Bibel anders interpretiert und seine Deutung irrtümlich mit der Wahrheit gleichsetzt.

Alle Menschen, die die Bibel und allein die Bibel als maßgeblich in der Welt anerkennen, egal wie sie sie auslegen, sollten sich gegenseitig als Mitglieder der Einen christlichen Gemeinde oder Kirche anerkennen. Alle Alleinstellungsmerkmale sind Auslegungsmerkmale, und da JEDER lernt, ändern sich die Auslegungen ständig. Der Engel hätte Smith den Wert des >Sola Scriptura< in der bösen Welt erklären müssen - wenn er denn ein Engel gewesen wäre! Christ ist, wer das >Sola Scriptura< in der Welt uneingeschränkt als Schutz gegen Desinformation akzeptiert.

Katholiken sind keine Christen, weil sie sich der Bibel nicht unterordnen, (das Papsttum ist ihre Autorität, nicht die Bibel) und die Mormonen sind keine echten Christen, wenn sie ihr zusätzliches, inhaltlich irrelevantes Buch nicht beiseite legen. Weitere echte Feinde des Christentums sind jene, die von weltlichen Interessen und nicht von geistlicher Einsicht gesteuert an den Urtexten der Bibel herumbasteln.

  • Hans-Joachim Heyer Für heute Nachmittag haben sich die Mormonen schon wieder angekündigt. Ich werde sie nicht abweisen, aber ich werde sie verstärkt darauf hinweisen, dass wir in Zeiten der globalen Lüge leben. Unsere Mächtigen, die uns regieren, halten uns gefangen in einer Illusionswelt. Ich nenne sie Matrix. Sie lehren uns eine materialistische Wissenschaft, d.h., sie lehren, dass es keinen Geist gebe, und da es ihn doch gibt, ist die Wissenschaft von ihrer Basis her komplett falsch. Wissenschaftler lehren eine geistlose Entstehungsgeschichte des Lebens und des Menschen, eine geistlose Psychologie und - siehe Bultmann - eine geistlose Theologie. Wir sehen täglich im Fernsehen Propaganda statt Nachrichten, und uns werden jeden Tag gescheiterte Existenzen als Vorbilder vorgeführt, statt Menschen mit gelungenen Leben. Der moderne Mensch weiß nichts Sinnstiftendes, aber man hat ihm eingeredet, er sei aufgeklärt. Er beherrscht nicht das Handwerkszeug zum rechten Lernen: glaubt, eine Meinung, erworben in 5 Sekunden, sei gleichviel wert wie eine Meinung, die man sich in 50 Jahren harter Arbeit erworben hat.
    Als ich dies einem Wissenschaftler sagte, entgegnete dieser, es gebe keine Wahrheit! Denn alle wiss. Theorien werden bekanntlich früher oder später relativiert. Der Fortschritt sei ohne theoretisches Ende, und ihn könne es nur geben, wenn es keine Wahrheit gibt. Meine Entgegnung: "Recht gesprochen! Im Materialismus kann es Wahrheit nicht geben! Es gibt in ihm nur Bedingtes, Relatives, nichts Absolutes! Deshalb ist ja die Wissenschaft von Grund auf falsch. Die Wissenschaft ist gegenüber der Wahrheit stockblind und taub! Und trotzdem gibt es die Wahrheit, aber dazu muss man die geistige Dimension gefunden haben."

    Ich möchte den Mormonen irgendwie klar machen, dass auch ihre Bildung Gefahr läuft, in Matrixwissen steckenzubleiben. Verantwortlich sind die Führer, die sogenannte Elite, die Reichen und Mächtigen, zu denen auch vermutlich ALLE Kirchenfürsten gehören, die Päpste, katholische und evangelische Bischöfe, und vermutlich auch die Oberen der Mormonen. Meine Erfahrung ist: Sie lügen alle und sie lügen systematisch.

    Es gibt nur EIN Mittel gegen ihre Lügen, EINEN einzigen Schutz, und dieser ist das >Sola Scriptura!<. Die Führer der kath. Kirche haben Jahrhunderte lang versucht, die Bibel den Händen der Völker vorzuenthalten. Als sie ihr Scheitern merkten, ermordeten sie alle Bibelbesitzer und -leser und verfolgten die Übersetzer. Die Bibel stand lange auf dem kath. Index der verbotenen Bücher. Als der Vatikan ,it der Christenverfolgung scheiterte, brachte er seine eigene Falschübersetzung heraus, um die alte Lutherbibel mit Verdrängungsbibeln ins Vergessen zu bringen.

    Das Buch Mormon erfüllt die Aufgabe, den Wert der echten Bibel zu relativieren. Ich werde ihnen sagen, dass sie ihren Führern äußerstes Misstrauen entgegenbringen müssen. Sie müssen sie am unveränderten >Wort Gottes< prüfen, und das ist ihnen in der KJ1611 gegeben, der einzigen englischsprachigen Bibel, die die Mächtigen nicht haben manipulieren können, weil die Katholische Kirche damals eine Phase der Schwäche erlebte.

    Schult euer Bewusstsein an den Gesetzen Gottes, die euch die Tür in Gottes Reich öffnen, und verweigert euch der materialistischen Lehren Satans, dem Wirtschafts- Neoliberalismus und der empirischen Naturwissenschaft, die euer Bewusstsein auf die Hölle vorbereiten. Ihr lernt die Hölle oder den Himmel, und wenn ihr den Himmel lernen wollt, könnt ihr das nur mit der unveränderten KJ1611 (und die Deutschen mit der Luther1545) tun.
  • Hans-Joachim Heyer Wenn sie nachher kommen, werde ich sie mit der angeblichen Aussage des "Engels" konfrontieren, der gesagt haben soll, er, Smith, solle keiner Denomination beitreten, denn ALLE liegen falsch. Also alle damals lebenden "Christen" sollen im Irrtum gewesen sein! Eine starke Behauptung, die begründet werden muss mit einer klaren Ansage, was genau falsch gewesen sein soll.
  • Hans-Joachim Heyer Beim heutigen Treffen waren sie zu Dritt. Sie hatten offensichtlich einen "Ältesten" mitgebracht, der mir auf den Zahn fühlen sollte. Die Essenz des Gesprächs war, dass das Buch Mormon NICHT über die Bibel hinausgehe und die Bibel deshalb nicht relativ...Mehr anzeigen
  • Hans-Joachim Heyer "An den Früchten soll ihr sie erkennen!" heißt es in der Bibel, und ich kann nicht umhin, anzuerkennen, dass die Mormonen diszipliniert und ordentlich leben und im Gegensatz zu Materialisten keine trockenen >Blätter im Wind< sind. Bei den Zeugen Jehovas kann ich dasselbe feststellen. Ob sie einen echten Zugang zum Geist haben, kann ich nicht beurteilen, denn sie haben - wie die meisten anderen Christen auch - noch einen Buchstabenglauben, der bestenfalls eine Vorstufe zum Verständnis des Geistigen ist, der sich in Glaube und Gottes Gnade zeigt. Die Mormonen glauben an zwei Zeugen, der Bibel und dem Buch Mormon UND an ihre Propheten. Diese Propheten sind m.E. eine Schwachstelle, an der Manipulateure ansetzen können. Ob die Leiter ihrer Kirche ihre Macht missbrauchen, weiß ich nicht.

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