Hans-Joachim Heyer

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Halloween löst derzeit den Reformationstag ab. So ziehen Kinder vor die Haustüren und drohen: "Gib uns Süßes, sonst gibt's Saures!" - Da entwickelt sich eine seltsame Parallele zur Imkerei, denn auch unseren Bienen wird derzeit viel "Saures" gegeben. Es hat sich ein Bienenschmarotzer, die Varroamilbe, breitgemacht. Sie ist der Hauptfeind der Bienenstöcke unserer Imker, und dieser Feind wird mit Säuren, die in die Bienenstöcke gegeben werden, bekämpft. Die Bienen leiden furchtbar unter den Säuren, speziell der Ameisensäure. Sie werden so sehr geschädigt, dass sie zwar vorerst überleben, aber sie werden von Jahrzehnt zu Jahrzehnt schwächer, was daran zu erkennen ist, dass die Imker von Jahrzehnt zu Jahrzehnt die Säuredosis erhöhen müssen - und die Bienen immer schwächer werden.

Lange Jahre glaubte auch ich, dass diese Säuregaben alternativlos seien, aber es kristallisiert sich nun die Erkenntnis heraus, dass sie nur dann alternativlos ist, wenn man die Honigausbeute seiner Bienenvölker maximieren will. Wenn man die Lebensbedingungen der Bienen optimiert, werden die Säuregaben überflüssig! Es gibt inzwischen einige Imker, auch Berufsimker mit Hunderten Völkern, die ihre Bienen NICHT mehr mit Säure maltraitieren! Es geht also durchaus ohne "Gift", aber die Bienenwissenschaft will davon nicht so richtig Kenntnis nehmen. Sie setzt voll auf Manipulation des Genoms des Biens. Sie will eine Biene züchten, die die gewohnte Fortsetzung der Ausbeutung des Biens erlaubt. Sie ignoriert, dass die Lebensbedingungen des Biens genetische Schalter umlegen, die schneller und effektiver das Verhalten des Biens verändern.

So haben alternative Forscher, die mit alternativen Imkern zusammenarbeiten, herausgefunden, dass man die Bienen wieder kleiner machen und auf ihrem gesammelten Honig überwintern lassen sollte, statt auf Zuckerwasser. Vor etwa 150 Jahren konnte ein belgischer Imker größere Bienen erzeugen, indem er den Bienen Waben mit größeren Zellen gab, in die die Königinnen Eier legten. In den größeren Zellen wuchsen größere Bienen heran, und der Imker konnte nachweisen, dass größere Bienen mehr Honig sammeln. Heute haben fast alle Imker diese größeren Bienen, die sich nun fatalerweise als weniger resistent gegen Krankheiten erweisen.

Als etwa zu derselben Zeit der Zucker billig wurde, konnten die Imker den Bienen ihre gesamten Honigvorräte wegnehmen, indem sie die Bienen mit Zuckerwasser über den Winter brachten. Seitdem gelten unsere Bienen nicht mehr als Honigproduzenten, sondern als Umwandler von Zuckerwasser in Honig. Die Honigernten konnten mehr als verdreifacht werden.

Weitere Steigerungen konnten erreicht werden, indem man den Bienen viel mehr Brut- und Honigraum gab. Vor 150 Jahren war das nicht sinnvoll, da man große Völker nicht überwintern konnte; sie brauchten zu viel Honig. Also hielt man die Völker "eng" in keinen Beuten. Dank Zuckerwasser kann man heute auch Riesenvölker gut überwintern, was im darauf folgenden Frühjahr Rekordernten erlaubt.

Man kam auch auf die Idee, immer wieder neue Leerwaben zwischen die Brutwaben zu hängen. Das vergrößerte die Brutfelder. Und damit die Brutfelder nicht durch eingelagerten Honig eingeengt werden, wird für viel Platz im Honigraum gesorgt. Und nicht zuletzt wird zwischen Brut- und Honigraum ein Absperrgitter gelegt, welches es der Weisel nicht erlaubt, in den Honigraum zu steigen. Das soll die Honigwaben brutfrei halten, was das Abschleudern von viel mehr Waben erlaubt. Ich hege allerdings den Verdacht, dass man auch verhindern will, das sich die Königin über die Größe des Honigvorrates informieren kann. Ihr wird vorgegaukelt, dass kaum Honig im Kasten sei, und die Bienen sammeln viel intensiver Honig.

Diese Anstachelung des Sammeltriebes ist allerdings erkauft mit der Vernachlässigung des Putztriebes. Man hat festgestellt, dass die Bienen, wenn sie wissen, dass sie genügend Wintervorräte haben, >fauler< werden, nur noch "sinnlos herumhängen" und sich gegenseitig die Varroamilben von den Körpern absammeln und töten. Ein guter Gewinnmaximierer duldet keine faulen Bienen!

Leider sind die meisten Imker geschulte Gewinnmaximierer! Seit mindestens 150 Jahren werden die Königinnen gezüchtet nach Honigleistung und Sanftmut ihrer Völker, und der Preis ist, dass wir unseren Bienen Saures geben müssen, um sie weiterhin auf Hochleistung zu halten.

Der Bien wird genauso behandelt, wie der Mensch sich selbst behandelt. Auch der Mensch ist auf Hochleistung getrimmt, auch ihm wird jede Menge Saures gegeben, und auch der Mensch wird krank und kränker wie der Bien! Wir sollten unbedingt zu einer bienen- und menschengemäßen Betriebsweise zurückkehren!

  • Hans-Joachim Heyer Ich muss ergänzen, das ich die Patentlösung noch nicht gefunden habe, aber der obige Artikel ist die Zusammenfassung dessen, was ich gelernt habe. In einem ersten Schritt müssen die obengenannten Haltungsbedingungen erfüllt werden. In einem parallel laufenden Schritt erfolgt die Erzeugung von säureungeschädigten Weiseln und Bienen und ungeschädigtem natürlichen Verhalten. In meinem Imkerforum "Projekt Landbiene" habe ich unter "Betriebsweise2019" und "Ganz neue Betriebsweise2020?!" die Feinheiten niedergeschrieben. In anderen Kapiteln zeige ich die Arbeit der o.g. alternativen Forscher und Imker.

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