Hans-Joachim Heyer

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Die Erfindung des Lichts

So beginnt ein Kapitel (S.32) des sehr lesenswerten Buches "Als Deutschland am Äquator lag" des bekannten ehemaligen Fernsehwissenschaftsjournalisten Volker Arzt.

Eine besondere Rolle dabei - manche glauben, es sei die entscheidende Rolle überhaupt gewesen - hat sicher die <<Erfindung des Lichtes>> gespielt. Das klingt etwas seltsam, denn Licht, so sollte man meinen, gibt es, seit die Sonne scheint - seit den Uranfängen unseres Planetensystems. Und haben wir nicht selbst hervorgehoben, daß primitive Algenpflanzen schon 2,5 Milliarden Jahre vor dem Kambrium das Licht der Sonne nutzten?

Tatsächlich spielt uns hier unsere Sprache einen verwirrenden Streich; denn sie verwischt den Unterschied zwischen Sonnenlicht und Sonnenstrahlung. Wenn die Sonne morgens aufgeht, ergießt sich genau genommen nur ihre Strahlung über die Erde: Sie trifft auf Berge, Meere, Häuser oder Autos - die ganze Erde wird bestrahlt. Und wenn die Sonnenstrahlen auf Pflanzen treffen, dann treiben sie die chemische Maschinerie der Pflanzenzellen an. Aber all das bedeutet weder Helligkeit noch Licht. Nicht einmal die Sonne selber ist hell. Erst, wenn die Strahlung in unser Auge fällt, wenn sie dort umgewandelt wird in elektrische Nervenimpulse, und wenn unser Sehzentrum im Gehirn auf geheimnisvolle Weise daraus das Erlebnis von hell und dunkel, von Formen und Farben macht - erst dann wird diese Strahlung zu Licht; erst dann wandelt sich Bestrahlung in Beleuchtung. Mit anderen Worten: Ohne sehende Augen gibt es kein Licht. Sie machen das Licht.

So gesehen wurde die Kambrische Explosion zu einem leuchtenden Ereignis; denn die Augen der Trilobiten sind - wir haben es schon erwähnt - die ältesten, die man kennt. Sie oder ihre uns noch unbekannten Vorgänger haben das Licht auf der Erde angeschaltet. Was für ein Augenblick!

Hier ist Volker Arzt ein Fehler unterlaufen, der für die gesamte Naturwissenschaft typisch, wenn nicht gar prinzipiell, ist. Zwar erkennt Arzt, daß Licht ein Hirnprodukt ist, aber er erkennt nicht, daß Strahlung ebenfalls ein Hirnprodukt ist. Licht ist ein Begriff aus unserer erlebten Alltagswelt; Strahlung ist ein Begriff aus der abstrakten Welt der Physik. Richtig: Ohne Augen kein Licht! Aber ebenso richtig ist: Ohne Physik keine Strahlung! Die Physik ist nicht die reale Basis der alltäglichen, aber illusionären Alltagswelt; beides: Physikmodell und Alltagswelt stehen gleichberechtigt nebeneinander, denn beide sind Hirnprodukte.

Wer mehr wissen möchte, lese lese zB die Seite www.hanjoheyer.de/Gehirn.html

Aber was ist denn nun real? Auf welcher realen Basis fußen all diese Modelle? Diese Frage habe ich in meiner HP beantwort und begründet. Die Antwort lautet: Intelligenter, selbstbewußter Geist, bzw. Gott (siehe auch "Gottesbeweis").

4.5.06- Leserbrief: Arthur Young (‚Der Kreative Kosmos’) sagt, dass das Photon durch den Akt des Sehens zerstört wird. Wenn zwei Personen ein Objekt sehen, beispielsweise eine Cola-Dose, dann sehen die Personen nicht das Objekt als solches, sondern das Licht (Photonen), welches von diesem Objekt reflektiert wird. Jetzt ist es so, dass das Licht (Photonen), welches die eine Person sieht, nicht dasselbe Licht (Photonen) ist, welches die andere Person sieht! Jede Person sieht ganz indidviduelle Photonen, die durch den Akt des Sehens zerstört werden.

AY sagt, dass sich die Heisenberg’sche Unschärfe-Relation sich auf das Elektron bezieht, das, um gesehen zu werden, bewegt werden muss, wodurch die Information (Lage, Geschwindgkeit), die man über das Elektron erhält, relativ ungültig wird, wobei die Unschärfe mit 1% relativ gering ist.

AY schrieb Heisenberg, ob es denn möglich sei, die Unschärfe-Relation auf das Photon auszuweiten. Um es zu sehen, muss es zerstört werden, wodurch die Information, die man über das Photon erhält mit zerstört wird! Die Unschärfe ist dann 100% oder mit anderen Worten: Das einzelne Photon ist vollkommen ‚frei’ (zu 100% unvorhersehbar)! Heisenberg, so AY, entzog sich der Fragestellung mit dem Verweis auf die Statistik! (Das Photon verhält sich angeblich statistisch kausal. Man müsse nur eine grosse Anzahl beobachten. Die vollkommene Unvorhersehbarkeit des einzelnen Photons wird dann unter den Tisch fallen gelassen.)

Hochinteressant! Hier in diesem unter den Tisch fallen lassen, scheint mir das moderne Problem (Leugnung) des Freien Willens gegründet zu sein. Die Leugnung des freien Willens ist letztlich aus dem Physikmodell abgeleitet.

Ich denke, dass statistische Kausalität eine ‚Fälschung’ der tatsächlichen Gegebenheit der Unvorhersehbarkeit ist. Es ist wunderbar elegant und mächtig, aber definitiv falsch. Das Falsche muss sich dann dort bemerkbar machen, wo die Grenzen der Eleganz und der Macht der statistischen Kausalität liegen, nämlich in den Nebenwirkungen der Weltanschauung, die aus der Physik resultiert, die mit statistischer Kausalität arbeitet: im daraus resultierenden falschen Selbstbild des Menschen (freier Wille als Zufall plus Determinismus). Anstatt durch schöpferische Tätigkeit sich Freiheitsgrade zu erarbeiten, beugt sich der moderne Mensch der Suprematie der Maschine und der Technik.

Antwort: Wenn das Licht sich tatsächlich so verhalten würde, wie Physiker behaupten, dürften wir überhaupt keine Gegenstände sehen können. Licht oder besser Strahlung breite sich als "Welle" aus, das heißt, daß um die Lichtquelle eine Strahlen-Kugel entsteht, je nach Frequenz eine kleine oder größere. Jeder Punkt dieser Kugeloberfläche erzeugt nun wiederum eine Strahlenkugel um sich herum, und jede dieser Kugeln erzeugt in jedem Punkt ihrer Oberfläche wiederum eine Kugel. Durch Überlappung dieser Kugeloberflächen entstehen sogenannte Stoßfronten, die man sich so vorstellen kann, daß um die Strahlenquelle herum im Takt der Lichtfrequenz sich mit Lichtgeschwindigkeit vergrößernde Kugeln entstehen, eine nach der andern, sodaß ein Lichtstrahl einer Zwiebel entspricht, bei der in jeder Sekunde Millionen oder Milliarden - je nach Frequenz - neue Zwiebelschalen außen herumgelegt werden.

Wenn eine solche "äußere Zwiebelschale" auf mein Auge trifft, kollabiert die gesamte Schale zu einem winzigen Foton, und alle Anteile des Lichtes, die vorher in alle anderen Richtungen "geflogen" sind und die Kugel aufgebaut hatten, sind nun nachträglich verschwunden, als hätten sie nie existiert. Wenn man Physiker mit diesen aberwitzigen Sachen (dem Wellen-Teilchen-Dualismus) konfrontiert, sagen sie mit Recht, es handele sich ja nur um zwei Modelle und nicht um die "eine" Realität. Wie es das Auge schaffe, die gesamte Energie eines Fotons, das die Strahlenquelle in jede Richtung abgestrahlt habe, "aufzusaugen", wisse man nicht. Man habe keine Theorie, die erklärt, wieso Licht sich einerseits wie ein Teilchen und andererseits wie eine Welle verhalte und zB zwei Löcher, die nebeneinanderliegen, gleichzeitig passieren könne (Doppelspaltexperiment). Man wisse auch nicht, wie es möglich sei, daß "Flugwege" von Fotonen nachträglich aus der Realität gelöscht werden können (Experiment der verzögeten Entscheidung). D.h., ein Foton war zu einem Zeitpunkt an Punkt A, und an einem späteren Zeitpunkt war es - je nach Experiment - dort nie gewesen, sondern ganz woanders! Aus solchen Gründen gebe es zwei Theorien, die jedoch sämtliches paradoxe Verhalten abdecken. (In "Wissenschaft" erkläre ich mit anderen, vielleicht verständlicheren Worten dieses Phänomen.)

Zuweilen nehme ich Physiker im persönlichen Gespräch beim Wort und wiederhole, es handele sich also bloß um Modelle, und ich ergänze, es seien Modelle unsere Gehirns, und da das Gehirn selbst ja auch bloß ein Modell sei, so müsse man konstatieren, daß wir (geistige) Modellbildner sind, die imstande sind, ein Alltagsmodell mit hellem Licht und nächtlicher Dunkelheit zu modellieren, aber zugleich auch zwei physikalisch-mathematische Modelle, nach denen Licht eine elektromagnetische Welle mit Teilcheneigenschaften sei, und außerdem modellieren wir materielle Selbstmodelle von uns als Physiker und Alltagsmenschen. Selbstverständlich seien unsere materiellen Gehirne auch bloß Modelle. Der Modellbildner selbst könne kein Modell sein. Wenn ich ihn geistige Seele nenne, ist das natürlich auch bloß wieder ein Modell, aber es hat den Vorteil, alle anderen Modelle in sich widerspruchsfrei zu umfassen.

Wir wissen nichts, aber auch gar nichts, von einem Träger dieses Modellbildners. Jede Spekulation darüber ist bloß ein weiteres Modell. Aber eines können wir wissen: Wenn wir* das Modell ändern, ändert sich unsere Welt und wir uns selbst. Wir* können nichts über den Träger unserer Seele oder Gottes erfahren, genausowenig, wie man mittels Experimenten innerhalb einer Komputersoftware herausfinden kann, was die Hardware ist. Wenn ich zB "Civilisation III" spiele, kann ich innerhalb des Spieles, also mit Hilfe der Möglichkeiten des Spieles, nicht herausfinden, ob der Monitor ein Flachbildschirm ist oder ein Röhrenbildschirm.

Wer wir* wirklich sind, wird immer ein vollständiges Geheimnis bleiben, aber welche Rolle wir spielen wollen, haben wir vollständig selbst in der Hand, falls wir über einen freien Willen verfügen. Wir sind, was wir wirklich glauben, zu sein. Wenn Heisenberg an die Statistik glaubt und mit ihrer Hilfe aus vielen subjektiven Welten eine "objektive" Welt zusammenbastelt, ist das seine Sache, sein Glaube. Aber was geht mich das an?

Ich habe all diese Theorien, all diese Religionen, nur benutzt, um meinen Intellekt zu schärfen und meinen* freien Willen zu trainieren. Entschieden habe ich*mich dann aber für eine Theorie, besser ein Weltmodell, das mir mehr Spielraum läßt, als alle anderen Modelle, die ich bisher kennengelernt habe. Das Modell, an deren Erfindung auch Größen wie Newton, Einstein und Heisenberg beteiligt waren, läßt leider keine Willensfreiheit zu. Warum sollte ich mich von diesem Modell zur Maschine degradieren lassen? Lieber lasse ich mich von einem Modell begeistern, in dem ich die Möglichkeit habe, mich zunehmend am Schöpfungsprozeß einer Welt, wie ich sie mir wünsche, zu beteiligen. Das Schreiben meiner vieltausendseitigen HP über Jahrzehnte hinweg diente ausschließlich dem Projekt, mich* in meine* selbstgemachte Welt hineinzuleben. Kleinste Erfolge meines Bemühens hob ich hervor, um sie zu verstärken, was auch gelang. Avalon, die Welt der Magie, ist wieder aus den Nebeln aufgetaucht. Die Welt ist wieder voller Magie, auch wenn die meisten meiner Zeitgenossen davon nichts wahrnehmen. Die Welt ist eine Reflektion meiner Seele. Indem ich mich heile, heile ich die Welt.

Übrigens: Das Wellenmodell ist insofern falsch, als daß es Raum und Zeit vorausetzt. Mein Geistmodell vom Licht hat diese Voraussetzung nicht. Licht ohne Raum und Zeit ist Geist.

* (6.5.06): "Mir, mich, ich": Ist mein Ich nun Epiphänomen meiner Seele, also ihr Produkt, das keinerlei Rückwirkung auf die Seele hat? Diese Frage habe ich in meiner HP ausführlich erörtert und beantwortet. Wäre das Ich reines Epiphänomen, hätte es für die Seele keinen Sinn, eines zu projizieren, denn dann könnte sie aus weltlichen Erfahrungen nichts lernen und wäre von ihrer eigenen Schöpfung völlig isoliert. Sicher ist, die Seele projiziert sich nur deshalb eine materielle Erscheinungswelt samt Körper und enem Ich, weil es durch die Motive des Ichs und das Verhalten des Körpers lernen (=sich verändern) kann (siehe Stichwortverzeichnis: Seele, veränderlich?). Es gibt also eine Rückwirkung vom Ich auf die Seele und erst dadurch wird das Ich und die Körperwelt quasireal.

Ein Mensch ist umso bewußter, je mehr ihm die Macht der Seele bekannt ist. Die meisten Menschen anerkennen die materielle Welt als objektiv, was sie zur schöpferischen Passivität determiniert. Aktiv können sie dann nur noch aus dem Weltmodell heraus sein, das sich ihnen mehr oder weniger zufällig übergestülpt hat. Sie können innhalb ihres Weltmodells operieren, aber sie können nicht ihr Weltmodell aktiv ändern. Sie können die Geschichte nicht rückwirkend ändern; sie können sie nur kausal fortsetzen. Und schlimmer noch: Wenn andere, bewußte, Menschen die Geschichte rückwirkend ändern, sind sie Teil dieser Veränderung, ohne sie wahrnehmen zu können.

Unter "Veränderung der Geschichte" verstehe ich nicht diese üblichen Fälschungen, die von Historikern vorgenommen werden, um Verlierergeschichten in Siegergeschichten umzuschreiben. Meine Erfahrung von Geschichtsänderung geht viel tiefer. Es geht nicht um eine Uminterpretation sogenannter Fakten, sondern um die Entstehung neuer Fakten als Beweise anderer Vergangenheiten, wobei sich die vorherige Vergangenheit auflöst. Ich erinnere an das Experiment der "verzögerten Entscheidung". Auch in ihm wird in der jeweiligen Gegenwart eine passende kausale Vergangenheit kreiert, und ändert man die Gegenwart, wird sofort rückwirkend eine neue Vergangenheit kreiert.

Was scheinbar nur im physikalischen Labor funktioniert, ist auch im großen Makrokosmos Realität. Wir ändern ständig die Gegenwart. Den Zeitpfeil gibt es nicht. Und jede Gegenwart konstruiert einen Zeitpfeil (im Raum), den wir dann Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nennen.

Meine ewige, also raum- und zeitlose Seele projiziert ständig neue sterbliche Körper mit Egos, aber da sie sich nicht mit ihnen identifiziert, sondern nur aus ihren Erfahrungen lernt, indem sie Erfahrungen in der 3-D-Welt hochtransformiert in die höherdimensionale Seelenwelt, sterben die Erfahrungen nicht mit dem sterblichen Leib, sondern bleiben als hochtransformierte "Essenz" ewig erhalten.

Unsterbliches Bewußtsein unterscheidet sich vom sterblichen durch Inhalt und Struktur. Beim Unsterblichen ändert sich die Struktur durch hochtransformierte Inhalte, durch Essenzbildung; bei Sterblichen ändert sich die Struktur nicht; die Seele lernt nichts, bildet keine Essenz, also wird sie nach Nietzsche-Art in immerdenselben Kreislauf in identischer Weise inkarniert, und da sämtliche Inkarnationen identisch sind, fallen sie alle in eine zusammen und bilden nur ein einziges Leben, das gelebt wird, als gäbe es keine Reinkanation. Nietzsche beschrieb also quasi-sterbliche Bewußtseine.

Ganz anders Platon, der beschrieb, daß man vergängliches Wissen in unvergängliche Weisheit umwandeln müsse, um eine wirkliche, unsterblche Seele zu werden.

Essenz ist die Nahrung des Göttlichen Funkens. Ohne Essenzbildung verhungert die Seele. Aber wie wandelt man weltliche Erfahrungen um in geistige Essenz? Den allermeisten Menschen, die ich kenne, gelingt es leider nicht. Ihr Problem ist, daß sie nicht über ihren Schatten springen können. Ihr sterbliches Ego prüft alles, was ich ihnen sage oder schreibe, und was die Prüfung nicht besteht, - was also unglaubwürdig ist - wird herausgefiltert, und ihm wird widersprochen.

Ich müßte also Gehorsam verlangen! Vertrauen. Aber kaum einer ist dazu bereit. Jeder will selbst die letzte kritische Instanz sein, keiner will manipuliert werden. Ich respektiere das natürlich; aber Einweihung kann es dann natürlich keine geben.

Letztlich sagte ein Freund diesen seltsamen Satz: "Eingeweiht werden möchte ich wohl, aber ich will nicht manipuliert werden!" 
Ich sagte daraufhin: "Heißt das, du möchtest zu deinem Vorteil verändert werden, aber nicht zu deinem Nachteil?" 
Er: "Nein, ich möchte gar nicht verändert werden; ich ändere höchstens mich selbst". 
Ich: "Aha, du möchtest dich also selbst einweihen, du willst gar nicht von Anderen eingeweiht werden." Er: "Nein, mich selbst einzuweihen zu versuchen, hat nicht funktioniert; ich brauche schon jemanden, der mich einweiht."
Ich: "Jetzt habe ich verstanden: Du willst eingeweiht werden, aber du willst es zugleich nicht, weil du Angst hast. Du stehst im Schwimmbad auf dem 5-Meter-Brett, möchtest springen, schreckst jedoch zurück. Und weil du dich nicht entscheiden kannst, richtest du dich auf ihm häuslich ein. Dein Problem ist also die Angst. Du traust mir nicht. Im Grunde können wir beide nur noch Small Talk machen, - reden, um unsere gemeinsame Zeit totzuschlagen."

11.5.06: Bürokratieabbau

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,415627,00.html

EUROPA- POLITIK

Merkel ruft zum Abbau der Bürokratie auf

In der EU und in Deutschland könnten nach Ansicht von Angela Merkel 25 Prozent der bürokratischen Regulierungen abgebaut werden. Davon würde die Wirtschaft profitieren, sagte die Kanzlerin in ihrer Regierungserklärung zur Europa-Politik.

Mein Kommentar: Klar würde die Wirtschaft davon profitieren, denn die Bürokratie ist eine Reaktion der Politik gegen die ständigen Versuche der Wirtschaft(slobbyisten), den Staat als Selbstbedienungsladen zu mißbrauchen. Ein Heer von Rechtsverdrehern aus der Wirtschaft ist ständig auf der Suche nach Gesetzeslücken, um legale Möglichkeiten der Nichtbefolgung der Gesetze zu suchen und zu nutzbar zu machen. Also ist die Politik gezwungen, mit neuen Paragraphen die Gesetzeslücken zu schließen, und die Rechtsverdreher machen sich auf die Suche nach neuen legalen Verstößen gegen den Geist der Gesetze. Wir haben ein Wettrennen zwischen Wirtschaftsinteressen und Politik. Das Ergebnis ist die Zunahme der Bürokratie. Wenn Merkel nun diese Bürokratie abbaut, ohne den Mißbrauch der Gesetze durch die Wirtschaft zu unterbinden, hat ihr Tun die Zerstörung des Staates zur Folge. Lies Webtagebuch5.html und den dort verlinkten ZEIT-Artikel von Robert Menasse: Die Frau, die den Staat abschafft

12.5.06: Desinformation durch das Spiegel Magazin

http://gruppen.greenpeace.de/aachen/energie-oekostromanbieter.html

Mit dem Heft 14 / 2004 zeichnet der Spiegel ein haarsträubendes Zerrbild der Windenergie.
Es werden nicht nur Fakten verdreht sondern auch bewußt Lügen aufgetischt.

Konsequenz dieses Pamphletes:
Harald Schumann, einer der profiliertesten Journalisten des Magazins hat nach mehr als 17 Jahren Redaktionsmitgliedschaft umgehend gekündigt.

Auf der Rückseite des Spiegels findet man eine Werbung der Ruhrgas AG ( = E.ON) 
Da es heute üblich ist, dass die Werbekunden den Inhalt von Magazinen bestimmen, ist leicht zu erkennen, von wo der Wind gegen die Windkraft weht: Von den Atom- und Kohlestromanbietern, die derzeit mit ansehen müssen, wie sie immer mehr Marktanteile verlieren und die mit allen unlauteren Mitteln veruchen, ihre sauberen Konkurrenten in den Schmutz zu ziehen.

Mein Kommentar: In Solidarität zu Harald Schumann entferne ich meinen Link zum SPIEGEL.

Weitere Manipulationen des SPIEGEL: http://www.nachdenkseiten.de/cms/front_content.php?client=1&lang=1&idcat=9&idart=1756

24.5.06: Leserbrief + Antwort = eine wichtige Ergänzung meiner Philosophie

Gestern schrieb mir ein Leser folgendes:

Weiterhin habe ich mal wieder eine Frage an dich.

Und zwar sagen wir doch, daß der Geist oder das Bewußtsein eine abstrakte Kraft besitze, mittels derer er die Erscheinungswelt in sich erzeugen könne. Den Willen. Je nachdem wie komplex, vielfältig, schön usw. die Erscheinungswelt, die er erzeugen könne, sei, spreche man davon, wie bewußt dieser Geist sei. Je mehr der Geist erschaffen könne, desto bewußter sei er. Es komme also auf das Schöpfervermögen des Geistes an, wir sagen auch, die Talente, die er nach dem Tod behalte.

Allerdings frage ich mich, wie dann dieses Vermögen als ein Sein im Geiste ruht? Dieses Können, diese Struktur? Wenn das Bewusstsein erst das ist, was Struktur usw. schafft? So frage ich mich, wie dieses Vermögen, dieses Können, diese Schöpferkraft im raumzeitlosen Geist enthalten ist? Es müsste darin doch irgendwie gespeichert sein oder? Aber wie ist es möglich, daß dieses Vermögen in einem raumzeitlosen, formlosen Bewußtsein gespeichert ist? Wäre das dann nicht schon wieder eine Form, eine Art von Sein und nicht das Sein an sich? Das Bewußtsein an sich???? Oder läßt sich diese Idee des Bewußtseins an sich trotzdem mit der Idee vereinen, daß eine Vermögenskraft, ein Können in ihm gespeichert ist, ohne daß es ein konkretes definierbares Sein wäre?

Da ich bereits so viel über meine Philosophie geschrieben und ein wenig die Übersicht*  verloren habe, weiß ich nicht, ob Folgendes eine Neuerung in meinem Denken ist oder nicht.

Antwort: Richtig, die Größe einer Seele und eines Bewußtseins erkennt man an der Komplexität der Welt, wie man sie erlebt. Ein Mensch, der die gesamte Welt bloß als eine sinnlose Maschine des Fressens und Gefressenwerdens erlebt - also der naturwissenschaftliche Mensch, der voll in seinem "Physikmodell" lebt - lebt in einer ärmeren Welt als jener, der hinter dieses Fressen und Gefressenwerden sehen kann und zusätzlich zB den Willen eines großen schöpferischen Geistes zu erkennen vermag, der nicht etwa die Evolution bloß in Gang gesetzt hätte, sondern alles ständig in freiem Willen erschafft und es kleinen Seelen als Maschinerie des Fressens und Gefressenwerdens (genauer: Evolution!) erscheinen läßt.

Der Wille muß schon als Ganzes jenseits der Erscheinungswelt existieren können, ganz unabhängig von ihr. Du fragst, ob der Wille, wenn er in die Welt projiziert wird und dort erscheint, also aufgespalten ist in Notwendigkeit + Zufall, verschwindet. Du fragst, ob die Seele ohne Leib weiterleben könne und ob sie ihre Willensfreiheit und Bewußtheit behalte.

Auf jeden Fall: Ja! Wäre der Wille nicht völlig unabhängig von der Determiniertheit der Erscheinungswelt, wäre er bloß eine Erweiterung der Unfreiheit und wäre selbst unfrei. Er hätte zwar eine Dimension mehr, wäre aber trotzdem determiniert (unfrei). Zwar schrieb ich - siehe >Stichwort: "Seele, unveränderlich?"< daß die Erscheinungswelt auf die Seele zurückwirken können müsse, weil sie sonst bei ihren Inkorporationen in die Welt nichts lernen könnte, aber diese Rückwirkung kann nicht deterministisch (kausal) funktionieren, sondern intelligent. Die eine Seele lernt aus demselben Geschehen u.U. etwas völlig Anderes (aber bitte nicht zufälliges!), als die andere. Die eine lernt aus einer Gefahr, sie künftig zu meiden; die andere lernt, sie nicht zu meiden, sondern zu meistern. Eine dritte Seele lernt vielleicht gar nichts (das mag es ja auch geben). Die Entscheidung, welcher Weg gegangen wird, ist wirklich frei.

Daraus folgt: Die Seele braucht keinen Körper, um "funktionieren" (besser: leben) und sich ihrer Willensfreiheit bedienen zu können. Sie lebt tatsächlich in einer anderen, höheren, unabhängigen Welt, kann jedoch ein Bild ihrer selbst in die materielle Welt hineinprojizieren und kann, muß aber nicht, aus ihren irdischen Erlebnissen lernen. Die Seele ist ewig und unsterblich und kann beliebig in die Erscheinungswelt inkarnieren - beliebig, wenn sie weiß, daß sie einen freien Willen hat. Unwissende Seelen inkarnieren sich stets in Welten, die sich notwendigerweise als Höllen entpuppen. Solche Seelen brauchen Erlösung. (Ich habe ja meine Schule für Lebenskunst gegründet, um unfreien Seelen die Idee der Freiheit und echten Bewußtheit beizubringen.)

*  Es hat immense Vorteile, die Übersicht bei dem, was man sagt und schreibt, ein wenig verloren zu haben, weil sich das nur ein Wahrheitsager leisten kann! Ein Lügner kann es sich nicht leisten, die Übersicht über alles, was er von sich gibt, zu verlieren. Widersprüche würden ihn entlarven, es sei denn, die Lüge betrifft bloß die untersten Fundamente eines ansonsten "wahrhaftigen" Systems! Die großen Lügner dieser Welt sind stets systematische Lügner. Sie werden nur schwer entlarvt, denn sie lügen sozusagen nur ein einziges mal. Alles Weitere baut wahrheitsgetreu auf dieser fundamentalen Lüge auf. Fundamentale Lügen sind zB der Materialismus oder der Wirtschaftsliberalismus. Wenn ich zB auf meinen Seiten "Willensfreiheit 1 - 4" gewissen Bewußtseinsforschern der Lüge bezichtige, dann meine ich nur eine einzige Lüge, nämlich die, daß sie das Physikmodell als real existierende Basis für geistige Prozesse hinstellen. Das ist gelogen. Alle anderen "Lügen" bauen logisch auf dieser fundamentalen Lüge auf. Ein intelligenter Mensch, der diese eine Lüge durchschaut, kann also alles Weitere, was diese Bewußtseinsforscher oder die Physiker, erforschen, für sich selbst sehr gut gebrauchen. Es lohnt sich also, sich mit den falschen Modellen der Fundamentallügner zu beschäftigen.

Anders ist es mit den unsystematischen Lügnern. Das sind jene Menschen, die man so im Volksmund als Lügner bezeichnet. Diese Leute entlarven sic schnell aufgrund der vielen Widersprüche, in die sie sich verwickeln. Keiner hat ein derart großes Gedächtnis, um sich all seine Lügen merken zu können. Wer es wagt, unsystematisch zu lügen, muß als dumm bezeichnet werden, denn er schädigt sich selbst am meisten, denn sein Leben ist ein Irrweg und endet im Abngrund. Systematische Lügner hingegen können die Wahrheit wissen. Die Auseinandersetzung mit ihnen kann sich lohnen.

NachDenkSeiten: Ich möchte die Aufmerksamkeit meiner Leser auf diesen Link richten: http://www.nachdenkseiten.de/cms/front_content.php?client=1<=1&idcat=7&idart=1730

Die Konsequenz, die ich aus diesem verbrecherischen Verhalten der etablierten Parteien ziehe, ist die, daß ich seit Bestehen der WASG die LINKS-Partei wähle, da Gysi und Lafontaine momentan so ziemlich die einzigen Politiker (außer zB die Ruheständler Blüm* und Geissler) sind, die die Wahrheit sagen. Früher waren es mal die GRÜNEN. Falls es die LINKS-Partei einmal in die Regierungsverantwortung schafft, wird sie mit absoluter Sicherheit ebenso korrupt wie heute die GRÜNEN (und alle andern Etablierten) werden und wird wie diese unwählbar. Aber bis dahin sollte man die Wahrheitsager stärken.

* siehe zB http://www.nachdenkseiten.de/cms/front_content.php?client=1&lang=1&idcat=7&idart=1721 und http://www.nachdenkseiten.de/cms/front_content.php?client=1&lang=1&idcat=5&idart=1747

26.5.06- Phantomdebatte um Meinungsvielfalt

In http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22751/1.html finden wir einen lesenswerten Artikel. Ich lese ihn als weiteren Beleg der These vom Versagen unserer Elite - unserer Vordenker - , der alles stets hirnlos nachgeplappert wird. Was Anfang der 90er Jahre debattiert wurde - die Einführung des Privatfernsehens, besser kommerziellen Fernsehens, würde die Meinungsvielfalt erhöhen*, was heute als widerlegt gilt (die angeblich angestrebte Meinungsvielfalt hat sich seitdem drastisch reduziert auf eine einzige Meinung auf unterstem Niveau, sodaß man mit Recht nicht mehr zwischen ZDF, Pro7 und Sat1 unterscheiden muß und stattdessen pauschal von Glotze sprechen darf), wird heute debattiert unter dem Thema Privatisierung, besser Kommerzialisierung der Universitäten", und wieder behauptet die "Elite", das Ausbildungswesen würde dadurch eine Verbesserung erfahren.

Alles Humbug. Unsere Universitäten gehen den Weg von Humboldt zu Humbug! Von Bildung zu Ausbildung! Vom Fachmann zum Fachidioten! Und unsere von Konzernen bezahlte "Elite" zeigt sich wieder mal blind und folgsam. Mehr noch: Jetzt will sie das Internetz unter ihre Kontrolle bringen**. Selbstverständlich aus Qualitätssicherungsgründen. Ich erlaube mir ein gequältes Lächeln.

Gleichwie heute Hartz IV - Abzocker gejagt und abkassiert werden, damit man das Geld den ganz großen Abzockern in den Arsch blasen kann (siehe "Kombilohn" in meinem Blog), soll nun die freie Meinungsäußerung des Kleinen Mannes an die Leine gelegt werden, damit die einzige dümmliche Meinung des freien Großkapitals leichter verbreitet werden kann. Die Mittel sind immer dieselben: Angebliche Bekämpfung der Kleinkriminalität, um die Großkriminalität*** zu finanzieren.

* Damals prophezeihte ich (wie immer unbezahlt) selbstverständlich das genaue Gegenteil, wohingegen die gutbezahlte "Elite" aus Glotze und Presse diesen Schmu verbreitete. Schon damals wurde ich nicht müde, zu behaupten, die Privatisierung staatlicher Institutionen wie Post, Bahn, Banken, Immobilien, Krankenhäuser, Gefängnisse, Schulen, Universitäten, Versicherungen usw. führe zur Abschaffung der Demokratie, da dann Privatrecht über Menschenrecht stehe, wohingegen die "Elite" von Freiheit und Dynamisierung schwadronierte. Heute redet kaum einer offen von der geplanten Abschaffung der Demokratie, wohl aber vom Abbau der Bürokratie. Aber in Wahrheit wird natürlich nicht die Bürokratie abgebaut, sondern die Demokratie. Warten wir's ab. Dann haben wir den Beweis.

** Im o.g. Telepolis-Artikel heißt es:

"Durch den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag von 2003 sicherten sich die Landesmedienanstalten ein Kontrollrecht für das Internet, das sie an die von Ring geführte Kommission für Jugendmedienschutz weitergaben. Hier ist Ring – ganz im Gegensatz zu seinen obigen Äußerungen zum Fernsehen – durchaus für mehr Regulierung. Während er im TV nur "seriöse Anbieter" sieht, die "inhaltliche Anforderungen" einhalten und deshalb nicht umfassend kontrolliert werden müssten, will er gegen Netzinhalte "ordnungspolitisch energisch vorgehen" - ein Schelm, wer dahinter die Lobbyinteressen der Medienkonzerne vermutet."

Kommentar zu "seriöse Anbieter": ha ha ha! (In Wahrheit muß die Glotze nicht mehr kontrolliert werden, weil sie bereits voll unter Kontrolle ist! Und das Internetz soll mehr reguliert werden, weil es noch nicht unter Kontrolle ist. Das ist wie im Krieg: In Ländern, die man bereits erobert hat, muß man keinen Krieg mehr machen und kann das dann als Frieden bezeichnen. Nur da, wo man seine Finger noch nicht drin hat, wird Krieg angezettelt. ERgo: Wo heute kein Krieg ist, sind die Völker besiegt. Das ist alles. Besiegt vom Raubtierkapitalismus, dessen Gier und Neid keine Grenze kennt.)

*** (27.5.06) Großkriminalität. Was verstehe ich unter diesem Begriff? Großkriminell ist es zum Beispiel, wenn Politiker Versprechungen machen, für die sie gewählt werden, und die sie dann nicht einlösen. Gerade eben las ich einen Artikel über den DGB-Kongreß, http://www.nachdenkseiten.de/cms/front_content.php?client=1&lang=1&idcat=5&idart=1737 , Zitat:

"... Das war schon ein mutiges Eingeständnis von Angela Merkel, „Menschenwürde“ und „Soziale Marktwirtschaft“ hätten „nur noch in Teilen etwas mit unserer Realität zu tun.“ Aus dieser Einsicht folgte aber nichts als das sture Festhalten an den alten Rezepten.
Die Rede war aber ein Musterbeispiel für die Unfähigkeit der Regierung, ihren eingeschlagenen Kurs selbstkritisch zu hinterfragen...."

Merkel zeigt, daß sie die Probleme um den Sozialabbau verstanden hat und verspricht, die Menschenwürde zu respektieren und an der Sozialen Marktwirtschaft festzuhalten werde, tut jedoch genau das Gegenteil. Sie bleibt die "Frau, die den Staat abschafft" (http://www.zeit.de/2006/08/Merkel und mein Blog-Eintrag vom 9.3.06).

Großkriminell war die klammheimliche diktatorische Einführung des Neoliberalismus ("Washington Consensus" http://www.megaphon.at/_forum/forum.php?fb_id=82 und http://www.inwent.org/E+Z/content/archiv-ger/01-2005/schwer_art5.html und http://www.staytuned.at/sig/0029/32944.html), ohne daß dieser Paradigmenwechsel in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, der mit der Abschaffung der Demokratie identisch ist, öffentlich bekanntgemacht, geschweige denn diskutiert und von den Völkern demokratisch legitimiert worden wäre. (Siehe auch http://www.zeit.de/2006/20/SPD und meinen Blog-Eintrag vom 14.5. "Die Bombe Mensch"). Alles mögliche Unwichtige wurde in den Massenmedien breitgetreten; vom Washingtoner Consensus las ich erstmals vor einer Woche.

Großkriminell ist es, wenn mit falschen Begründungen die aberwitzig teure und gefährliche Atomkraftwerkindustrie wiederbelebt werden soll, obwohl es sinnvoller wäre, die vielen Fördermilliarden in alternative Energien und Einsparungen (Effizienzvergrößerung) zu lenken. Großkriminell ist es, wenn die Regierung das Stomnetzmonopol nicht bricht, indem es entweder verstaatlicht wird oder indem sie sich das Recht sichert, in die Preisgestaltung für die Nutzung des Stromnetzes einzugreifen. Windkraftwerk-, Solarkraftwerk- und Blockheizkraftwerkbetreibern muß es gestattet sein, ihren Strom zu einem nicht überzogenen Preis ins Netz einzuspeisen und angemessen gut für den eingespeisten Strom bezahlt zu werden. Großkriminell ist es, wenn der Bau von Passivhäusern behindert wird (man erfährt nichts davon!), damit die Ölmultis mehr Heizöl verkaufen können. Großkriminell ist es, wenn die Regierung sich nicht darum kümmert, daß unnötige Standby-Funktionen bei elektrischen Geräten nicht verboten werden. Großkriminell ist der Mißbrauch der GEZ-Gebühren, seit das Öffentlich-Rechtliche Fernsehen seinem Aufklärung- und Bildungsauftrag nicht mehr nachkommt und die Gebühren trotzdem kassiert. Großkriminell ist die Praxis, Lebensmittel zu patentieren und sie damit dem Nutzungsrecht der Allgemeinheit zu entziehen und in die Verfügungsgewalt einer einzigen Person oder Firma zu übereignen.

Großkriminell ist der Mißbrauch unserer Sprache und Schrift: einmal diese unsägliche "Rechtschreibreform" (und jeder Erwachsene, der sich der neuen Rechtschreibung bedient, macht sich mitschuldig), dann diese Sinnentstellungen der Politiker, zB wenn sie Sozialabbau "Sozialreform" nennen, oder die Einführung des Raubtierkapitalismus "Liberalismus" nennen und mit "Freiheit" gleichsetzen oder die geplanten Lohnsenkungen unter das Existenzminimum "Kombilohn" nennen.

Großkriminell: http://www.nachdenkseiten.de/cms/front_content.php?idart=1742

Volker Bahl bespricht das Buch von Alexander Stille: "Citizen Berlusconi".

"...Und wie in einem Spiegel können wir dabei gleich unsere eigenen "Verhältnisse" dort mit studieren. Dies scheint besonders angebracht, weil gerade die Einführung des Privatfernsehens wurde bei uns durch eine große "Medienkoalition" vollzogen, die die Folgen dieser Einführung seither "gemeinsam" geflissentlich übersieht. Und die These (= nicht von Stille ), dass die aktuell so vordergründig geführte Werte-diskussion der konservativen Seite ( von der Layen ) so scheinheilig ist, weil hier die Konservativen die moralischen Flurschäden ihrer so mächtig vorangetriebenen Einführung des Privatfernsehens und der damit verbundenen Zerrüttung eines jeden Anstands- und zwischenmenschlichen Mitgefühls - gerade bei den sog. "Unterschichten" - "irgendwie" wieder flicken wollen - ohne die eigentliche Ursache nennen zu wollen, zeigt die Dimensionen dieser politischen Koalition des Verschweigens...."

Großkriminell: http://www.freitag.de/2006/21/06210201.phpund so weiter und so weiter...

Großkriminell: http://www.zeit.de/online/2006/22/Interview

28.5.06- Washington Consensus

Weiter oben, unter "Großkriminalität", brachte ich ein paar Links zum vom "Washington Consensus" an. Heute hatte ich in meinem Blog ("Kombilohn oder Mindestlohn" vom 16.5.06) mit einem Leser folgenden Briefwechsel, der m.E. Wichtiges zur Würdigung dieses "Washington Consensus" beizuträgt. Aus diesem Grund veröffentliche ich diesen im Blog ziemlich "versteckten" Briefwechsel hier an einer etwas "promonenteren" Stelle:

Bodho: Wenn man nicht endlich anfängt, den Reichen (= gut verdienen und vor Reichtum trotzenden Unternehmen) etwas wegnimmt, dann kann man den Armen (= abhängigen Arbeitnehmern) nichts geben. Die jetzigen politischen/wirtschaftlichen Konstruktionen werden immer anders verpackt, aber der Inhalt ist der gleiche. Also höhere Steuern auf Unternehmen, weniger Schlupflöcher, keine Subventionen! Das bedeutet aber auch, dass der Abwanderung ins Ausland ein Riegel vorgeschoben werden muss.

Mein letzter Absatz begann mit "Wenn man nicht endlich anfängt" - aber wer ist hier "man" ?? Es wäre Aufgabe der Politiker. Und die tun es nicht, weil sie mehr oder weniger Handlanger der Wirtschaft sind. Erst mit dem Rückzug aus der aktiven Politik - siehe z.B. Geissler und Blüm - erlaubt man sich klarere Worte. Würde man diese vorher äußern, würde man abgesägt werden. Jo hat Recht: die richtige Information muss unters Volk gebracht werden. Möge jeder seinen Teil dazu beitragen...

Aber es gibt auch noch etwas anderes zu betrachten:
Abwanderung ins Ausland zu verhindern ist für die deutschen Arbeitnehmer wirtschaftlich gesehen richtig. Aber ist er denn europäisch oder gar auf Weltniveau ethisch vertretbar? Deutschland und fast alle Länder der ersten Welt haben ihren insgesamten Reichtum durch Ausbeutung und Unterdrückung der Dritten Welt geschaffen. Das muss allmählich zurückgezahlt werden. Das scheint bitter, aber ist "Dank" der Globalisierung unvermeidlich. Und aus dieser Sicht hat es auch sein Gutes, wenn Unternehmen versuchen, im Ausland billiger zu produzieren (was aber aus anderer Motivation kommt).

Und weiter meine ich, dass die Ausbeutung der Erde, die globale Verschmutzung, die militärische Aufrüstung und das wachsende Phänomen der Aggression in diesem Zusammenhang betrachtet werden muss.

Welche Komplexität, welche Aufgabe für Titanen !

Beste Grüße - Bodho

Hallo Bodho,
es wäre schön, wenn die Abwanderung "unserer" Unternehmen einen Ausgleich zwischen den armen und reichen Nationen bringen würde. Aber ich fürchte, die Wanderung der Konzerne zu den jeweils ärmsten und damit erpreßbarsten Ländern mit den geringsten Löhnen führt weltweit bloß zur Schwächung der Gewerkschaften, die höhere Löhne duchsetzen wollen. Die Wanderungsbewegung der Konzerne wird die Völker noch mehr verarmen, denn die Armen bleiben arm, und die bis heute reichen Nationen werden arm werden. Ein Überangebot an Arbeitern wird - Globalisierung sei "dank" - eine globale Massenarmut erzeugen.

Hoffnung sehe ich in der Tatsache, daß eine weltweite Massenarmut den Konsum der industriellen Produkte derart einschränken wird, daß die Konzerne nichts mehr verkaufen können. Sie sind auf Massenkonsum angewiesen (Angebot und Nachfrage müssen im Gleichgewicht stehen). Also werden die Konzerne im eigenen Interesse für steigende Löhne sorgen müssen.

Was derzeit läuft, ist eine Ausnutzung einer kurzfristigen Übergangssituation, in der es noch kaufkräftige Massen des sog. Mittelstandes gibt, die man gewinnträchtig in den Ruin treiben kann. Erst wenn der Mittelstand weg ist und die Massenkaufkraft radikal zu sinken droht, werden die Konzerne Lohnsteigerungen wieder zulassen.

In meiner HP ("Aktuelles") schrieb ich gestern über den "Washington Consensus". Dieses internationale Abkommen ist zwar gescheitert, aber die Tatsache ihres Vorhandenseins und die Tatsache, daß immerhin ein globales Experiment durchgesetzt werden konnte, läßt stark vermuten, daß es durchsetzungsfähige globale Steuerungsinstanzen gibt, die prinzipiell imstande sind, die auch von mir geforderten Änderungen des globalen Politik- und Wirtschaftssystems durchzusetzen.

Zu den von mir geforderten Änderungen gehört eine weltweite Stärkung der Gewerkschaften und eine Abkehr vom Neoliberalismus. Der Staat muß wieder gestärkt werden, damit er die Wirtschaft wieder effektiv regulieren kann. Man hat gelernt, daß eine freie (ungezügelte) Wirtschaft nicht funktioniert, da sie nichts besseres tun kann, als sich ihr eigenes Grab zu schaufeln. Der Staat muß seine Hoheitspflichten und -rechte zurückbekommen, siehe meine obige Auzählung (Versicherungen, Gesundheitssystem, Infrastruktur, Bildungseinrichtungen usw).

30.5.06- Ursprung des Neoliberalismusses: Friedrich August Hayek

Meiner Bitte an die ZEIT, einen Artikel über Wesen und Ursprung des Neoliberalismusses zu bringen, wurde nicht entsprochen, aber nun fand ich in den NachDenkSeiten dies: http://www.nachdenkseiten.de/cms/front_content.php?client=1&lang=1&idcat=5&idart=1749 und dies: http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Hayek#.E2.80.9EDer_Weg_zur_Knechtschaft.E2.80.9C_und_die_Mont_P.C3.A8lerin_Society

und dort den mir wichtigen Absatz:

"Karl Heinz Brodbeck sieht einen Widerspruch in Hayeks Forderung nach Deregulierung. Auch die Beseitigung von Regeln sei ein konstruktivistischer Eingriff in das System. Nach Brodbeck verwickelt sich Hayek an einer zentralen Stelle in einen unauflöslichen Widerspruch: Um beurteilen zu können, welche Regeln für die Bildung einer spontanen Ordnung erforderlich sind, benötige man ein Wissen, über das man Hayek zufolge gar nicht verfügen könne: Man müsse wissen, welche Regeln die »spontane Ordnung« benötigt. Doch gerade dies setze die Kenntnis von Einzelheiten dieser Ordnung voraus.

und (aus den NachDenkSeiten zitiert:

"In seinem Text von 1949, "The intellectuals and Socialism" [PDF - 48 KB], analysiert Hayek die Macht der Intellektuellen, die er "Second hand dealers in ideas" nennt. Sind sie einmal von bestimmten Ideen überzeugt - ob richtig oder nicht - so glauben bald alle daran.

Er betrachtet dabei, warum so viele Intellektuelle zu seiner Zeit Sozialisten waren (dazu zählt er auch zahme Sozialdemokraten - aber auch das ist bei Hayek Teufelszeug) und stellt die These auf: Intellektuelle sind nicht besonders intelligent oder begabt. Sie haben nur eine Fähigkeit - sie können sich ausdrücken und werden gehört. Weil sie aber nicht besonders praktisch veranlagt sind (Hayek sagt das genau so!), berauschen sie sich an großen Ideen und Zusammenhängen. Das hat der Sozialismus ihnen geliefert: eine fundierte Theorie und eine Utopie noch dazu.

Hayek folgert daraus: Will man wieder den wahren und schönen Liberalismus des 19. Jahrhunderts herbeiführen, darf man nicht pragmatisch argumentieren, sondern muss eine eigene Utopie erfinden. Das können aber nur die "original thinkers", zu denen er sich ohne Zweifel zählte. Wenn diese strategisch (z.B. in Think Tanks) ihre Lehre verbreiten und damit auch die Intellektuellen in Medien, Verbänden, Schulen etc. etc. erreichen, werden Politiker und das Volk es auch bald glauben und danach handeln.

Stellt man eine solche Utopie auf, dürfe man sich nicht daran stoßen, dass sie heute nicht als "praktisch, sinnvoll und realistisch" angesehen wird. Viele Jahre intellektueller Arbeit müssten vergehen - Hayek sagt das schon 1949 - bis man die Früchte der Idee pflücken kann.

Heute gilt neoliberale Politik genau als das, nämlich als "praktisch, sinnvoll und realistisch"."

Dieser Behauptung Hayeks stimme ich uneingeschränkt zu! Die meisten Intellektuellen sind kritikunfähige Nachbeter, die Vorgegebenes bloß bewußtlos verstärken und verbreiten. Sie sind Meinungsmacher ohne eigene Meinung. Ich hab's an der Uni Dutzendfach so erlebt. Selbst Professoren waren nicht imstande, meine Philosophie, die ich originär, aber auch als Kritik an bestehenden und von den Profs gelehrten Philosophien, vorbrachte, zu verstehen.

Die o.g. Tautologie, die Hayeks Philosophie ad absurdum führt, fand ich während meiner Zeit an der Uni schon bei Hayeks Freund Sir Carl Popper, der Fortschritt in demokratischen Systemen so definierte:

Webtagebuch 3: "Das fängt ja gut an! Ich erinnere mich an mein Philosophiestudium, in dem es immer wieder aus den Mündern der Professores hieß, die Philosophie habe ihr Jugendstadium des Ideologischen überwunden; die moderne Philosophie sei ideologiefrei, und das heiße: nüchtern, illusionslos, rational, real, sachlich, logisch, kurz: näher an der objektiven Wahrheit! Als Begründer der neuen Denksauberkeit wurde Sir Carl Popper genannt, der behauptet hatte, diese Ideologiefreiheit würde vor allem für die Demokratie gelten. Demokratie komme ohne Ideologie aus; sie habe kein (ideales) Ziel, sie würde stets Schritt um Schritt mit kleinsten Reförmchen nur dort Verbesserungen des Systems vornehmen, wo der Schuh gerade drücken würde."

und PolKulturHaus: 20.8.2003: Mit diesem Schritt "falsifiziert" Popper seine eigene Philosophie! Wenn er Theoriebildung (und Pläne) als Vorausgriff auf die Zukunft deklariert und dann genau diese Theoriebildung als der Evolution, die keine Zukunft, keine Pläne, kennt, unterworfen ansieht, so widerspricht er seinen eigenen Wissenschaftsphilosophie. Pläne, die durch Zufall entstehen, sind keine Pläne! Ebenso Poppers Staatstheorie: Wenn er von der Demokratie Ideologiefreiheit verlangt ("Weg der kleinen Verbesserungen: Hinschauen, wo der Schuh drückt, dann das Problem beseitigen.") verlangt er genaugenommen, daß man sich nicht an seine Lehre halten soll.

In einem älteren Text, den ich leider nicht mehr finden kann, schrieb ich sinngemäß, ohne Theorie, ohne Ideologie, könne man gar nicht herausfinden, wo der Schuh drücke. Poppers Postulat von der Ideologiefreiheit moderner Systeme sei in Wahrheit dies: die Verschiebung der Theorie, bzw. Ideologie, vom (der Kontrolle zugänglichen) Bewußtsein des Menschen ins (unkontrollierbare, unreflektierbare) Unbewußte. Aus Fachmännern würden durch diesen Verschiebungsprozeß Fachidioten, ... und schon sind wir beim aktuellen Thema der Universitätsreform. Lies zB auf dieser Seite unter "26.5.06- Phantomdebatte um Meinungsvielfalt" von der Heraufkunft der Fachidioten. Auch auf "Aktuelles 1" habe ich darüber geschrieben.

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