Hans-Joachim Heyer

4 Mose 31

Gott fordert die Israeliten auf, Rache an den Midianitern zu üben. Es kommt zum Krieg. Die Israeliten siegen und machen viele Gefangene, auch Frauen und Kinder.  Gott, bzw. Mose, der Gottes Stimme hört, befiehlt, dass alle männlichen Kinder und alle Frauen, die keine Jungfrauen mehr sind, getötet werden sollen. Zehntausende Gefangene wurden dann getötet und Gott war’s zufrieden.

In 2. Mose 20,13 steht eines der Zehn Gebote: „Du sollst nicht töten!“

Wie ist der Gesinnungswandel Gottes zu verstehen?

Ich fragte die K.I. Copilot: Wo in der Bibel steht, dass Gott vor Israel hergehen und seine Feinde besiegen will, ohne dass die Israeliten kämpfen müssen?

Copilot: Gute Frage — es gibt mehrere Stellen, die genau das Thema ansprechen: Gott zieht vor Israel her, kämpft für sie oder sorgt dafür, dass sie nicht selbst kämpfen müssen. Die wichtigsten Texte sind:

Exodus 14,14 — „Der HERR wird für euch kämpfen, und ihr sollt still sein.“
(Wortlaut aus der Szene am Schilfmeer: Moses tröstet die Israeliten, dass Gott für sie handeln wird.)

Deuteronomium 20,4 — „Denn der HERR, euer Gott, zieht mit euch, um für euch zu streiten gegen eure Feinde und euch Rettung zu verschaffen.“
(Teil der Anweisungen vor kriegerischen Auseinandersetzungen; betont, dass Gott mitzieht und den Sieg schenkt.)

2. Chronik 20,17 — „Ihr werdet in diesem Kampf nicht kämpfen müssen. Stellt euch hin und seht die Rettung des HERRN an, die er euch geben wird.“
(Jehoschafat wird von einem Propheten angewiesen, nicht zu kämpfen, sondern auf Gottes Eingreifen zu vertrauen.)

Weitere kontextuell verwandte Stellen:

Exodus 23,27–30 — Gott kündigt an, Schrecken vor Israel herzusenden und die Feinde zu vertreiben.

Joshua 10 (insbesondere die Berichte über Gottes Eingreifen bei den Kämpfen Josuas) zeigt ebenfalls Situationen, in denen Gott entscheidend eingreift.

Kurzfazit: Die Bibel enthält mehrere Passagen, die ausdrücken, dass Gott für Israel vorangeht und sie befreit, manchmal ausdrücklich mit der Zusage, dass die Menschen nicht selbst kämpfen müssen (Exodus 14,14; Deuteronomium 20,4; 2. Chronik 20,17).

Heyer: Wo steht, dass Gott nicht vor den Juden herziehen wird, um die Feinde zu besiegen, sondern dass nun aufgrund von Ungehorsam die Juden selbst kämpfen müssen?

Gute Frage. Es gibt in der Bibel mehrere Stellen, die ausdrücken, dass Gottes Schutz oder sein direktes Vorangehen an Bedingungen geknüpft ist — besonders Gehorsam — und dass bei Ungehorsam die Menschen die Folgen selbst tragen müssen, auch militärisch. Hier die wichtigsten Texte und ihr Kontext, knapp und präzise:

1. 5. Mose (Deuteronomium) 28 — Segen und Fluch bei Gehorsam bzw. Ungehorsam
Kern: Mose stellt vor dem Einzug in das Land eine klare Bedingung: Gehorsam bringt Segen, Ungehorsam bringt Fluch. Kapitel 28 beschreibt ausführlich, dass bei Ungehorsam Krankheiten, Niederlagen vor Feinden, Vertreibung und Unterdrückung folgen. Implizit ist hier: Gottes schützendes Vorangehen ist an Gehorsam gebunden; bei Ungehorsam erleben die Israeliten selbst die Konsequenzen (u. a. militärische Niederlagen).
Wichtig: Kein einzelner Vers sagt wörtlich „Gott zieht nicht mehr vor euch her“, aber der ganze Abschnitt macht deutlich, dass Gottes Schutz nicht automatisch bleibt, wenn Israel ungehorsam ist.

2. Richter 2,11–23 — Israel verfällt dem Götzendienst; Gott überlässt sie den Feinden
Kern: Nach dem Tod Josuas und der Älteren fällt Israel in Götzendienst; Gott „überlässt“ sie den Feinden, und es kommt zu Unterdrückung, bis Israel umkehrt. Der Text spricht davon, dass der HERR sie „ausliefert“ (oder „überlässt“) — das ist narrativ nahe an der Vorstellung, dass Gott nicht mehr schützend vor ihnen herzieht, sondern die Folgen ihres Ungehorsams wirken lässt.
Versbeispiel: Richter 2,14–15 (verschiedene Übersetzungen: „Da gab der HERR sie in die Hand ihrer Plünderer…“).

3. 1 Samuel 4 — Bundeslade wird erbeutet; Gottes Gegenwart scheint nicht mehr schützend zu wirken
Kern: Die Israeliten bringen die Bundeslade in die Schlacht, in der Hoffnung, Gott werde für sie kämpfen; doch sie werden geschlagen und die Lade wird erbeutet. Der Text zeigt, dass Gottes Gegenwart nicht automatisch militärischen Erfolg garantiert — besonders wenn das Volk nicht in rechter Beziehung zu Gott steht.
Bedeutung: Indirekt ein Hinweis, dass Gottes Schutz an Treue und richtige Beziehung gebunden ist.

4. 2. Chronik 12,1–7 und 2. Chronik 36 — Gericht wegen Ungehorsam; fremde Mächte richten
Kern: In 2. Chronik 12 (Rehabeam) und in den späteren Kapiteln (Babylonische Gefangenschaft) wird deutlich: Wegen Ungehorsams lässt Gott fremde Mächte über Israel kommen. Das ist ein weiteres Motiv: Gott „zieht nicht mehr schützend voran“, sondern erlaubt, dass Feinde sie überwältigen.
Versbeispiel: 2. Chronik 36,15–17 beschreibt, wie Gottes Geduld endet und das Gericht durch fremde Mächte kommt.

5. Jesaja 59; Jeremia 5–7 — Sünde führt zu Verhüllung der Rettung
Kern: Propheten wie Jesaja und Jeremia erklären, dass Sünde, Ungerechtigkeit und Ungehorsam die Nähe Gottes blockieren; deshalb bleibt Rettung aus oder kommt verspätet. Das Bild ist: Gottes rettendes Eingreifen wird durch das Verhalten des Volkes verhindert.
Beispiel: Jesaja 59,2: „Eure Missetaten haben eine Scheidung gemacht zwischen euch und eurem Gott; eure Sünden haben sein Angesicht vor euch verborgen, dass er nicht hört.“

6. 2. Chronik 20,1–17 — Gegenbeispiel: Gott befiehlt, nicht zu kämpfen
Kern: Als Juda von feindlichen Heeren bedroht wird, sagt ein Prophet Jehoschafat: „Ihr werdet nicht kämpfen müssen; stellt euch hin und seht die Rettung des HERRN an.“ Das ist das Gegenbild: wenn Gott vorangeht, brauchen die Menschen nicht zu kämpfen. Die vorherigen Beispiele zeigen aber, dass dieses Vorangehen an Gehorsam und Vertrauen gebunden ist.

Kurze Zusammenfassung und theologische Einordnung
Explizite Formulierung „Gott zieht nicht mehr vor euch her“ findet sich nicht als einzelner, wörtlicher Vers, der genau so lautet.

Die Bibel vermittelt jedoch wiederholt das Prinzip: Gottes schützendes Eingreifen ist an die Treue und den Gehorsam seines Volkes gebunden. Bei Ungehorsam „überlässt“ oder „gibt“ Gott Israel in die Hand der Feinde (Richter 2; 1 Sam 4; 2 Chr 36; Deut 28). Propheten wie Jesaja und Jeremia erklären, dass Sünde die Nähe Gottes und damit seine rettende Wirksamkeit verhindert.

Gegenbeispiele (z. B. 2 Chr 20, Exodus 14) zeigen das positive Gegenprinzip: wenn Gott vorangeht, kann er den Sieg schenken, ohne dass Menschen kämpfen müssen.


Heyer: Ich denke, aus alledem wird klar, dass Gottes „Forderung“, Zehntausende Kinder und Frauen zu töten, einer vorgängigen Abtrennung des Kollektivbewusstseins der Juden von Gott geschuldet ist. Wird der Mensch materialistisch, trennt er sich vom Geist und damit von Gott, und dadurch wird seine Inspiration, bzw. Intuition, materialistsich verdorben. Gott beginnt, Massenmord zu befehlen!

Das AT zeigt in vielen Beispielen, wie der Mensch immer wieder seine Verbindung mit Gott verliert und manchmal auch wiedergewinnt, und welche Konsequenzen das hat. Der von Gott getrennte Mensch ist ein Sünder. Er wird böse und ein Schlächter und am Ende selber Opfer eines Gemetzels. Der Materialist hat einen anderen Gott – und merkt es nicht einmal.

Der Gott der Liebe, wie Jesus ihn zeigt, kann nur dann zu uns durchdringen, wenn wir es liebevoll zulassen. Ansonsten windet sich diese liebende Energie durch unsere materialistisch geprägten geistigen Stukturen und wird dabei derart verhunzt, dass am Ende Tod und Massenmord herauskommt.

Gott ist gut, aber was unter dem Filter unseres Verstandes „unten“ von ihm durchkommt, ist oft das Gegenteil dessen, was „oben“ reingetan wird.

Hätten sich die Juden nicht von Gott getrennt ( = Sünde), hätten sie ihr „gelobtes Land“ ohne Blutvergießen bekommen. 

Ich erachte diese These für plausibel, weil ich im Alltag sehr oft beobachte, dass Menschen eine verdorbene Intuition haben. Ein Motorradfahrer rast gerne über die Autobahnen, weil er sich dabei frei fühlt – und fährt in den Tod. Ich fragte mich, was an dieser Raserei frei sein soll. TV- Zuschauer lassen sich jeden Abend um 20:00 ihr Denkvermögen vernebeln, und ich sehe, wie sich ihre Intuition in falsche, selbstzerstörerische Gleise entwickelt: „Hurraaaa! Ab 4:45 wird gegen den bösen Russen zurückgeschlagen!“

in Arbeit