Hans-Joachim Heyer

Immanuel Kant

Ich habe eine Verbindung mit dem Königsberger Philosophen Immanuel Kant. Ich lernte ihn im Zuge meiner Schopenhauerlektüre kennen. Schopenhauer bezeichnete sich als Nachfolger Kants und als Weiterentwickler der Kant’schen Philosophie. So benannte er das, was Kant als Erscheinungswelt bezeichnete, als „Welt als Vorstellung“, und das, was sich die Welt vorstellt, als „Wille“. Mit anderen Worten: Schopenhauer brachte erstmals das menschliche Subjekt ins Spiel. Kant hatte die Frage, wer die Erscheinungswelt hervorruft, nicht beantwortet; Schopenhauer fand immerhin den Willen, beantwortete jedoch nicht die Frage, wessen Wille!

An dieser Stelle setzt meine Philosophie ein. Ich erkannte, dass ich die Antwort auf die Frage nach dem „wer?“ bin. Das materielle Weltall ist aus einem „Urknall“ in meiner Geistseele hervorgegangen. Erst viele Jahre später fand ich dann heraus, dass dieses „ich“ nicht allein mein Ich ist, sondern meine individuelle Erfahrung eines kollektiven Ichs. Ich bin – außerhalb der Raumzeit – mit den Geistseelen aller Wesen verbunden, die geistig ähnlich strukturiert sind, wie ich. Ihre Erkenntnisse sind meine Erkenntnisse und meine Erkenntnisse sind ihre Erkenntnisse! Fortan war es mein Bestreben, geistig ähnlich strukturierte Menschen kennenzulernen.

Um 1990 sagte mir ein Freund, ich sehe äußerlich Kant sehr ähnlich. Ich hielt diese Bemerkung für unwichtig. Als ich dann jedoch eine Kant- Biographie las, fiel mir auf, dass ich viele Gewohnheiten mit ihm teilte. Ich ging täglich denselben Spazierweg, genau wie Kant; ich hatte häufig Besuche junger Leute, denen ich meine Philosophie erklärte, und ich hatte mit dem Pfeiferauchen begonnen, bevor ich gelesen hatte, dass Kant sich jede Woche von seinem Diener sieben Pfeifen stopfen ließ, von denen er täglich eine rauchte. Außerdem war mein Schreibstil mit diesen verschachtelten, formelhaften Sätzen Kants Schreibstil ähnlich, obwohl ich damals festgestellt hatte, dass mein Schreibstil eigentlich von Schopenhauer (und Nietzsche) stark beeinflusst war. Kant war wie ich ein eingefleischter Junggeselle, dem nichts wichtiger war, als die Weiterentwicklung der persönlichen Philosophie.

Ich gehe davon aus, dass Kant gleichwie Schopenhauer, aber auch Sloterdijk, zugunsten ihres erhofften Ruhmes auf die Veröffentlichung der Verbindungen ihrer abstrakten Philosophien mit dem eigenen Höheren Selbst verzichteten. Sie wussten, dass die >Herren der Welt< sie bestrafen würden, indem sie diese Philosophen niemals berühmt machen würden. Die geistige Verbindung dieser Philosophien mit dem eigenen Subjekt ergibt Magie, und Magie war und ist tabu! Es durfte nicht öffentlich werden, dass das Raum- Zeit- Materie- Energie- Konstrukt, also der Materialismus, eine Schöpfung von individuellen und gleichzeitig kollektiven Geistseelen ist.

Als ich Ende der 1990er- Jahre in Mainz Philosophie studierte, wurde der „geächtete“ Privatdozent Dr. Walter Patt mein „Lieblingsprofessor“. Er sagte – mit Recht – dass er der einzige an der Universität sei, der Kant wirklich verstanden habe. Man brauche mindestens drei Jahre, um Kants „Kritik der reinen Vernunft“ zu verstehen. Nachdem Patt von der Universität weggemobbt werden sollte und ihn mein Homepageaufsatz über ihn, den er dem Dekanat vorgelegt hatte, vor dem Rausschmiss rette, lud er mich zu einem Essen ein, und nach diesem Essen hatte ich ihm ein paar Stunden lang meine Philosophie erklärt, und er war erstaunt, wie ich diese kantähnliche Philosophie, die er mehr abstrakt verstand, lebte, und dass ich Kant verstanden habe, ohne ihn ausführlich studiert zu haben. (Ich hatte bis dahin nur einen Teil des Hauptwerkes KdrV gelesen.)

Damals erzählte er, der übrigens genauso alt war wie ich (Geburtsjahr 1954), von seinem Briefkontakt mit Ernst Jünger, von dem ich mir dann auch sofort ein paar Bücher kaufte. Patt war, wie ich, Junggeselle und lebte materiell – wie ich – sehr ärmlich. Dr. Walter Patt ist leider vor einigen Jahren verstorben.

Das Dekanat wurde wahrscheinlich über Patt auf mich aufmerksam, und so kam es wohl, dass ein Kommilitone als Spion auf mich angesetzt wurde. Dieser Student (E.U.) besuchte mich sehr oft und fragte mich bis ins letzte Detail über meine Philosophie aus. Sein besonderes Interesse galt meiner Kritik an der Urknall-, der Evolutionstheorie und meiner „praktischen Anwendung“ meiner Philosophie, der Magie. Viel später erfuhr ich, dass er der Assistent eines Professors war. Auch ein emeritierter Biologieprofessor kam auf mich zu, lud mich in sein Arbeitszimmer ein und befrage mich detailliert über meine Philosophie. (Im Archiv meiner Webseite gibt es viele Aufsätze darüber.)

Bis heute lehnte ich die Vorstellung, ich sei eine Inkarnation Kants, ab. Seit heute weiß ich, dass ich keine Reinkarnation Kants bin, jedoch eine Inkarnation aus der Kollektivseele, der ich, Kant und viele andere philosophische Geistseelen angehören. Ich bin also eine Art Mischung aus vielen „Vorgängern“, die mir ähnlich sind.

Ich habe keine konkreten, materiellen, Erinnerungen an vorangegangene Leben, aber ich weiß, dass ich viele Male auf dieser Welt reinkarniert war. Meine geistige Struktur ging von Leben zu Leben und ich entwickelte sie immer weiter, aber mein weltliches Wissen ging jedesmal komplett verloren. So soll es sein!

Unsere Geburt in die Welt ist – nach Sloterdijk gesprochen – ein „Explizieren“ des „Impliziten“ oder „Latenten“. Das Latente ist die ewige (philosophisch strukturierte) Geistseele, die sich beim Explizieren Raum, Zeit, Materie und Energie schafft und sich dahinein inkarniert. Als multidimensionale Wesen reduzieren wir uns in die dreidimensionale Welt. Dabei geht alles Wissen verloren, aber die Talente bleiben, falls wir als Körper unsere Verbindung mit unseren Geistseelen aufrechterhalten.  Aufgrund meines Talentes konnte ich mir mein verlorengegangenes philosophisches Wissen schnell wieder aneignen und kann nun wieder auf meine jahrtausendelange Vorarbeit aufbauen.