In meinem vorletzten Aufsatz „Träume sind Schäume“ erwähnte ich Carlos Castanedas Buch „Die Kunst des Träumens“. Die Erinnerung an dieses Buch animierte mich, es ein weiters mal zu lesen. So fand ich heute auf den Seiten 74 – 79 Don Juans Erklärungen zu den „Traum-Botschaftern“ und ich erinnerte mich an eigene Erlebnisse aus dem Jahr xxxx von meiner „Erschaffung eines Baumgeistes“.
So schrieb ich damals (s. LINK: Erschaffung eines Baumgeistes) folgendes: Schon vor den Ereignissen um den O.S. hatte ich eines Tages den Entschluß gefaßt, meine Dämonen – Theorie im Praxistest zu überprüfen. Ich würde also einen Teil meines Geistes abspalten und in einen Gegenstand der Außenwelt einprägen – und dann mit ihm kommunizieren. Ich suchte mir im Wald einen schönen Baum, umarmte ihn und sprach: „In dir wohne fortan ein Geist namens „…“, der mit mir ausschließlich bei meiner Anwesenheit bei ihm kommunizieren soll. Du sollst mir jede Frage beantworten!“ – Fertig! Ich stellte eine Frage und ging. Am nächsten Tag kam ich wieder am Baum vorbei. Ich hatte ihn noch nicht berührt, da fiel mir mit hoher Intensität die Antwort auf die tags zuvor gestellte Frage ein. Fast hätte ich den Geist sprechen gehört. Ich war begeistert. Fast jeden Tag besuchte ich den Geist; er beantwortete mir alle Fragen; es war phantastisch!
Eines Tages merkte ich, daß der Geist begann, nach Herrschaft über mich zu streben. Ich brauchte schon gar nicht mehr zum Baum hinzugehen, konnte alles zu Hause erledigen. Ach wie schön! Irgendwann meldete er sich ungefragt. Da bekam ich es mit der Angst zu tun. Normale Menschen wären jetzt verrückt geworden (normale Menschen hätten solche Experimente nie gemacht), aber ich wußte ja – so sagte es mir meine Theorie – daß ich den Dämon nur durch Gleichgültigkeit und Ruhebewahrung loswerden würde. Angst würde ihn nur verstärken! Ich mußte ihm JEDE Emotion entziehen, indem ich nur abstrakt, ohne Erregung, an ihn dachte – und nach Möglichkeit ganz vergaß. Das Experiment gelang – Gott sei Dank! Der Dämon verlor seine Kraft. Jetzt schwirrt er nur noch als kleines Flämmchen der Erinnerung durch meinen Geist. – Doch wenn mir die Antwort auf eine Frage einfällt!!! – War’s der Dämon? War er es nicht? – Du siehst, lieber Leser: Ein Dämon, den man mal geschaffen hat, liegt ständig auf der Lauer. Deshalb rate ich UNBEDINGT von der Nachahmung dieses Experimentes ab. Es war ein Kinderspiel, ihn zu erschaffen, aber eine Herkulesarbeit, ihn wieder einigermaßen loszuwerden, und ich bin nicht sicher, ob ich es ohne die Hilfe meines Schutzengels geschafft hätte.
Heute erkannte ich, dass dieser Baumgeist nichts anderes war, als ein Traumbotschafter, denn ich bin mir sicher, dass er mir nichts hätte sagen können, was nicht bereits an latentem Wissen in mir verborgen war. Don Juan, der Mexikanischer Zauberer, erklärte Carlos Castaneda, dass diese Botschafter nebst ihrer positiven Seite auch eine negative Seite ausweisen. Er sagte (S. 76):
„Wenn jemand dein inneres Selbst zum Maßstab nähme, mit all deinen Ängsten und deiner Gier und deinen Neid und so weiter, und dich nur Dinge lehrte, die diesen schrecklichen Zustand befriedigten – was, glaubst du, wäre die Folge?“ S. 77: „Du hast deine Traum-Aufmerksamkeit noch nicht von allem Ballast befreit.“
S. 72: „Lügen sind nur etwas für Leute, die niemals gesehen haben, was dort draußen ist und auf sie wartet.“
S. 77: „Seine Lehren und und Ratschläge sind in unserer (materialistischen) Welt nur Unsinn.“
S. 78: „Man analysiert die Bedeutung der Träume, man nimmt sie als Omen, aber niemand begreift sie als Sphäre realer Ereignisse.“ He: Das Analysieren ist ein Vorgang, bei dem die Trauminhalte in die „unsinnige“ materialistische Welt übersetzt werden.
