Hans-Joachim Heyer

Herren der Welt

Aus meinen bisher veröffentlichten Arbeiten geht hervor, daß ich von der Existenz sogenannter „Herren der Welt“ überzeugt bin. Je nach Zusammenhang nannte ich sie auch Demiurgen, Kreatoren, Weltschöpfer, Hüter der Weltordnung, Sachverständige für Weltdeutung, Manipulatoren, Welterklärer und so weiter.

Ein weiser Mann (Archimedes) sagte einmal, wenn er einen Punkt außerhalb der Welt (des Universums) finden könnte, wäre er auch in der Lage, an diesem einen Hebel anzusetzen, um die Welt aus den Angeln zu heben, bzw. zu verändern. – Aber einen Standpunkt außerhalb des Weltganzen einzunehmen sei nun einmal unmöglich; deshalb sei es auch unmöglich, die Geschicke der Welt zu lenken. Dieser Einsicht (!?) haben sich offenbar viele Menschen angeschlossen. Sie glauben folglich nicht, daß es Menschen geben könnte, die so viel Macht innehaben, daß sie die Wirklichkeit der restlichen Menschheit und die Menschheit selbst nach ihrem Willen gestalten können. Ich bin anderer Einsicht! (Und sicher auch Umberto Eco, sonst hätte er seinen Roman :„Das Foucaultsche Pendel“ nicht schreiben können.) Ich bin davon überzeugt, daß man einen Standpunkt außerhalb der Welt einnehmen kann, denn die Welt ist Objekt (Erscheinung) und ich Subjekt (dem die Welt nach subjektiven Abbildungsregeln erscheint), und ändere ich mich, ändere ich zugleich die Welt. Wenn einem Menschen diese Magie nicht zu gelingen scheint, muß dies nicht an der Falschheit meiner Theorie liegen, sondern möglicherweise an seiner Unfähigkeit, sich bewußt zu ändern.

Ich bin zur Einsicht gekommen, daß, je bewußter man wird, man in seiner Umwelt immer mehr bewußte Steuerung erkennt und dem Zufall immer weniger Platz einräumt. Für mich ist es nicht der Zufall, der die Determination (das kausale Geschehen) knackt, sondern der freie Wille, der des Zufalls nicht bedarf, (auch wenn die Wissenschaft es immer wieder behauptet.) Ich bin dieser Überzeugung, weil ich an Steuerung durch höhere Hierarchien glaube und nicht an blinde Selbstorganisation von unten her. Die „Bewußtseinsskala“ ist meiner Auffassung entsprechend nach oben offen, mit der Konsequenz, daß hohe Bewußtseine sehrwohl die Welt aus den Angeln heben können. Nur ein empirisches Bewußtsein braucht als Voraussetzung die Welt. Es ist dieser notwendig untergeordnet und somit ohnmächtig. (Allerdings versucht es über den langen Umweg der von ihm begründeten Technik Herrschaft über die Natur zu erlangen, erreicht letztendlich nur Zerstörung der Natur und blinde Abhängigkeit von der Technik). Ein absolutes Bewußtsein hingegen beinhaltet Raum und Zeit und diese beiden wiederum die Welt. Menschen, deren Bewußtsein Raum und Zeit umfängt, haben einen Standpunkt außerhalb der Welt eingenommen. Sie sind die „Herren der Welt“.

Wie ich sehen lernte, was Anderen verborgen ist.

An dieser Stelle sehe ich mich verpflichtet, zu erklären, wie ich hier zu meinen Erkenntnissen gekommen bin: Ich war durch rein theoretische Überlegungen zu dem Ergebnis gekommen, daß Demokratie nicht funktionieren könne. Das Volk interessiert sich viel zu wenig für Politik; es ist inkompetent. Die Wählerstimme muß also irgendwie neutralisiert werden – was in der Praxis ja auch geschieht. Ebensowenig kann der Kommunismus mit seiner Planwirtschaft als Konkurrenzsystem neben einem „demokratischen“ Kapitalismus funktionieren. Aber wieso haben wir Demokratie und Kommunismus, obwohl beide Systeme nicht funktionieren? Schnell kam ich dahinter, daß diese Systeme nur Show sind: Bühneninszenierungen in Presse, Fernsehen und Schulen, und die realen Systeme waren eher Planwirtschaft und Raubtierkapitalismus. Siegen würde jenes System, welches die Arbeiter am meisten zur Arbeit motiviert – also welches die Untertanen am meisten an den Gewinnen partizipieren läßt. (In der Realität haben wir heute eine Mischung aus Raubtierkapitalismus und Planwirtschaft.)

Wir sehen, wie wichtig es, ist, eine schlüssige politische Theorie zu haben, um sich überhaupt ein politisches Urteil bilden zu können. Selbstverständlich wissen das die Herren der Welt. Deshalb tragen sie dafür Sorge, daß das Volk kein einheitliches politisches Bild bekommt. Dies wird erreicht, indem man die Menschen widersprüchliche Erfahrungen machen läßt, sodaß der Einzelne aus ihnen nichts Schlüssiges zusammenbauen kann. Einmal erlebt das Volk, daß es die Macht hat, Politiker von ihren Posten zu stoßen, aber es erlebt auch seine Hilflosigkeit, wenn die gerade gewählten Politiker am Ende doch das machen, was sie wollen und sich z. B. die Diäten erhöhen, während sie das Sparen predigen. Es erlebt, wie sich die Politiker ihnen unterwürfig anbiedern, besonders bei TV-Interviews, in Bundestags- und Wahlkampfreden; es erlebt aber auch arrogante Selbstherrlichkeit dieser Damen und Herren, die zum Beispiel fast täglich vom Atomausstieg und Bekämpfung der Arbeitslosigkeit reden und gleichzeitig der Industrie versprechen, hier nichts zu tun. Es erlebt, daß sich ein Politiker, der um sein Amt fürchten muß, seine Stellung retten kann, indem er einen Krieg anzettelt, der Millionen Tote kosten kann, und es erlebt, daß derselbe Politiker (aber auch jeder andere) durch einen einzigen Sexskandal oder eine aufgedeckte kleine Bestechlichkeit zu Fall gebracht werden kann. Es erlebt, daß ein Land einem anderen inoffiziell Waffen und Rohstoffe liefert, während es offiziell gegen es Krieg führt und wirtschaftlich boykottiert.

Die wahre Politik ist streng geheim, weil wir in Wahrheit gar nicht in einer Demokratie leben, sondern in einer Oligarchie, die sich ein demokratisches Schafspelzmäntelchen umgehängt hat. Wir werden regiert von einer Gruppe Menschen, die selbst weltanschaulich über den permanenten Konflikten steht; diese jedoch schürt und immer wieder neue Brände legt, um in der so gewonnenen Unübersichtlichkeit unerkannt wirken zu können.

Ohne Theorie ist der Mensch blind. Es ist nicht möglich, ohne Theorie irgend etwas zu sehen, z. B. Arbeitslose. Wenn du keine Theorie des Arbeitslosen im Kopf hast, kannst du nirgendwo einen sehen. Dann siehst du überall nur geschäftige Leute herumwuseln. Wenn du keine Theorie vom Sinn der Arbeit hast, siehst du nur sinnloses Herumwuseln. Wenn du keine Theorie von Zeit und Raum hast, siehst du nicht einmal das Wuseln. So einfach ist das. So geheim ist das. Ja es ist geheimes Wissen, daß man Theorien haben muß. Ich lerne in der Universität, daß man durch Theorien nur voreingenommen werde, daß man keine guten Noten erhält, wenn man eigene Theorien aufstellt. Wir lernen, daß Theorien gleich Ideologien seien und daß die Zeiten der Ideologien seit des Untergangs des Kommunismus vorbei sei. Demokratie sei in Wahrheit ein theorieloses Herumwursteln – reine theorielose Praxis – und sei gerade deshalb das beste aller schlechten „Systeme“. Wer nach einer Theorie lebt, gilt als inflexibel, als gehirngewaschen. Verheimlicht wird also, daß Theorien gleich Sinnesorgane sind, die man sich selbst zu – und bei Bedarf wieder ablegen kann.

Daß es Herren der Welt geben müsse, habe ich mir in erster Linie theoretisch erschlossen. Und erst die Theorie schuf mir das Auge, sie und ihr Tun wahrzunehmen. Ich bin nun in der Lage, meine Theorie empirisch auf Richtigkeit zu prüfen. Vor der Theoriebildung war das nicht möglich.

Ich zog also aus meinen Erlebnissen mit dem öffentlichen Geschwätz der Politiker und der Journalisten (vor dem Hintergrund meiner Theorie) folgenden Schluß zum Thema des Krieges im Kosovo: Nach dem Krieg werden wir andere Besitzverhältnisse, andere Grenzen, andere Bevölkerungen vorfinden, und wir werden sehen können, wer den Schaden und wer den Nutzen hatte. Wird die NATO gestärkt oder geschwächt aus dem Konflikt hervorgehen? Wird die UNO eine größere oder eine kleinere Rolle spielen? Wird Amerika oder Europa – wird Rußland stärker? Wir werden es sehen. Immer wieder heißt es, kein Mensch könne das alles vorausberechnen. Aber ich sage, man soll nicht von seiner Verwirrtheit auf die Anderer schließen. Es muß Leute geben, die den Überblick haben, und sie könnten identisch mit denen sein, die Interesse an der Unübersichtlichkeit der Welt haben: den Herren der Welt.

Wer im Sein und nicht im Schein lebt, kann sehrwohl das alles voraussehen. Über jedem Klugen steht mindestens noch ein Klügerer. Intelligenz zeichnet sich dadurch aus, daß sie Zusammenhänge zu erkennen vermag, wo weniger Kluge noch Zufall und/oder Unberechenbarkeit vermuten.

Um die Herren der Welt aufzuspüren, ist es trotzdem nicht sinnvoll, sie in politischen Kreisen zu suchen und sich politikhistorisch kompetent zu machen. Wesentlich mehr Aussicht auf Erfolg verspricht mir die Beschäftigung mit der Philosophie. Die Philosophie spielt in der Öffentlichkeit keine Rolle. Philosophie ist megaout! Ein Philosophiestudium taugt zu keiner Berufsausübung. Ich aber habe den Wert der Philosophie erkannt und ihre Vernachlässigung in Schule, Beruf und Öffentlichkeit beobachtet. Da ich die Herren der Welt für klug halte, gehe ich davon aus, daß die Geringschätzung der Philosophie von denen gewollt ist. Da sie selbst Philosophen sein müssen, schließe ich, daß sie ihre Philosophie exklusiv für sich behalten und nicht mit der Bevölkerung teilen wollen. Jetzt brauche ich nur noch nach jenen philosophischen Systemen Ausschau zu halten, die in den Universitäten stiefmütterlich behandelt oder gar falsch interpretiert werden. Und siehe da: Es gibt ein philosophisches Gut, das öffentlich nicht gelehrt wird (Radikaler Konstruktivismus). Es gibt philosophische Tabus. Genau hier muß ich das Exklusivwissen suchen, das die Herren der Welt für ihresgleichen allein beanspruchen. Es ist das Wissen, das einen Menschen befähigt, einen Standpunkt außerhalb der Welt einzunehmen. Andererseits fand ich auch philosophisches Lehrgut (besser: Leergut), für welches eine riesige Propaganda gemacht wird: Der Positivismus, der Behavourismus, der Monistische Materialismus. Wer diese unsäglichen Positionen propagiert, darf damit rechnen, ein Stipendium in Amerika und einen Lehrstuhl in Deutschland zu erhalten.

Intellektuelle Anschauung

In dieser Welt scheint es unmöglich zu sein, materielle Gegenstände aus Träumen oder Gedanken in diese Welt hineinzuprojizieren, sodaß auch andere Menschen sie wahrnehmen. Immanuel Kant nannte diese Fähigkeit „Intellektuelle Anschauung“. Sein äußerst komplexes, widerspruchsfreies System verlangte diese Fähigkeit. Kant fügte jedoch hinzu, daß sie nicht dem Menschen, sondern ausschließlich Gott zukomme. Ich allerdings bin der Ansicht, daß auch der Mensch dazu fähig ist, denn im Traum werden gedankliche Vorstellungen dinglich sichtbar. Und wenn es in Traumwelten möglich ist, sollte es auch in der „realen Welt“ möglich sein, falls diese Welten größere Ähnlichkeit aufweisen, als im westlichen Kulturkreis bisher angenommen wird. Und bei großer Ähnlichkeit sollte auch gegenseitige Durchdringung der Welten möglich sein. Unter Durchdringung verstehe ich, daß z.B. ein geträumter Gegenstand in der realen Welt sichtbar wird.

Es scheint unmöglich, solange man nicht weiß, daß nach einem solchen Zauber die rückprojizierte Vergangenheit eine andere ist. Der magische Akt erscheint dann als kausale Folge dieser anderen Vergangenheit. Er erscheint nicht mehr als magischer Akt. Mit kausaler Brille, die derzeit so gut wie alle Menschen tragen, sehen sie, daß das Neue naturgesetzliche kausale Folge einer Ursache ist. Der geistige Schöpfungsakt, der Wille, bleibt stets unsichtbar und unerforschbar.

Wenn ich also zB einen Stein zaubere, erscheint er in der materiellen Welt mit Zeitpfeil nicht aus dem Nichts; vielmehr werden alle sehen, daß jemand diesen Stein hergetragen hat. Richtig! Der reine Schöpfungsakt erscheint in dieser Welt samt kausaler Geschichte. Nur Eingeweihte wissen, alles, was ist, ist Schöpfung eines Bewußtseins.

Geister beschwören

Bilder in andere Gehirne zu produzieren scheint also recht schwer zu sein. Aber wie steht es mit Gedanken? Ganz sicher gilt in hohem Ausmaß der Satz: „Wes Brot ich eß, des Lied ich sing.“ Die Soziologen haben schon ziemlich genau erforscht, daß und wie Menschen ihre Weltbilder und Denkstrukturen an ihre äußere Umgebung (und diese ist nicht die objektive Welt, sondern die Deutung der maßgeblichen, vorbildlichen Herren der Welt!) anpassen. Siehe hierzu: Berger/Luckmann: „Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit.“ Hier werden mittelbare Wege (Erziehung, Nachahmung) der Kollektivierung der Gedanken aufgezeigt. Aber was hat es mit den unmittelbaren „Wegen“ auf sich? Ich habe es schon oft erlebt, daß ich einen eingefleischten Materialisten innerhalb kürzester Zeit von meinen Ideen überzeugen konnte, aber sobald er wieder aus der Türe war, fiel er wieder in seine alten Denkgewohnheiten zurück und konnte sich kaum noch daran erinnern, was ich gesagt hatte.

Ganz Anderes erlebte ich bei jenen, die mich für meine Einweihung bezahlten. Das Opfer, das sie brachten, ließ sie das, was ich sie lehrte, so hoch wertschätzen, daß der neue Geist sich nicht mehr so schnell verflüchtigte. Jenen Schülern, die sich länger mit mir austauschten – via Emails oder persönlichen Besuchen – und mich infolgedessen auch über mehrere Monate oder Jahre hinweg bezahlten, gelang die erwünschte Umstellung komplett: Sie hatten „Feuer gefangen“ und suchten ihren Weg dann selbständig weiter.

Umgekehrte Kausalität

In der gegenwärtigen Naturwissenschaft wird davon ausgegangen, daß sich komplexe Strukturen blind aus primitiven Strukturen entwickeln. Es sei hier an Hoimar von Ditfurths Buch „Am Anfang war der Wasserstoff“ erinnert, wo beschrieben ist, wie aus dem einfachen Wasserstoff immer komplexere Strukturen entstanden sind bis hin zum menschlichen Gehirn und dessen Spitzenleistung „Bewußtsein“ am Schluß der Entstehungskette, das als das Komplizierteste des bekannten Universums gilt. Ich hingegen behaupte das Gegenteil! Was v. Ditfurth beschrieben hat, ist nicht die Natur, sondern die Entwicklung in der Natur. Die Physik kann nämlich erst dann einsetzen, wenn es Raum, Zeit, Kausalität usw. bereits gibt – wenn es also die ganz großen Strukturen bereits gibt. Die drei oben genannten Aprioris gelten im gesamten Universum; sie können sich nicht aus Einzelteilen wie Wasserstoffatomen zusammengesetzt haben. Erst umgekehrt wird ein Schuh daraus! Zuerst war der bewußte Geist. Und aus dieser größten aller Strukturen entstanden über Reduktionsschritte die kleineren. Der Geist schuf sich Raum, Zeit, Kausalität, Materie usw., dann den materiellen Leib samt Umwelt bis hin zum Kleinsten, dem Wasserstoff. (siehe „Gottesbeweis“)

Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß in vielen Comic-Heften „Sehstrahlen“ dargestellt sind, die leuchtenden Augen entströmen. Ganz anders die physikalische „Realität“, in der die Pupillen schwarz sind und Licht nur aufnehmen können. Sehstrahlen sind jedoch eine sehr gute Metapher für das, was wirklich geschieht: Aus dem virtuellen optischen Zentrum unseres Bewußtseins heraus werden zuerst Raum und Zeit, und dann in sie hinein die Erscheinungswelt projiziert. Die phys. Lichtstrahlen werden zwar ausgehend vom Objekt und sich hinbewegend zum Auge gemessen, aber es gibt sie erst, wenn feststeht, wo sich das Auge befindet. Das Auge bestimmt, wo das Licht zum Strahl wird, wo die Welle zum Teilchen wird. Wo kein Auge hinschaut, bleibt das Licht strahlenlose Welle. In der Welt der Seelen „fliegt“ das Licht in die engegengesetzte Richtung wie in der Erscheinungswelt.

Auch die Kausalität ist eine andere: Im Seelischen haben wir Causa finalis – das Ziel bestimmt den Weg; und in der Erscheinungswelt haben wir die Causa efficiens, die Wirkursache. Sie wirkt in die andere Richtung: vom Urknall bis zum Wärmetod des Universums.

Eine Billardkugel rollt über den Tisch. Der Naturwissenschaftler eforscht die Causa efficiens: Was bewirkte dieses Rollen? Wo kommt die Kugel her? Er sucht, was vor dieser Bewegung war. Der Seelenforscher und Zauberer fragt: Was ist das Ziel des Billardspielers? Wo soll die Kugel hinbewegt werden?

Physikalismus versus Spiritualismus

Die Physikalisten stimmen durchaus den Erklärungen des Radikalen Konstruktivismus zu, daß jeder Mensch in seiner eigenen kognitiven Welt lebt, daß also das „reale Gehirn“ Daten erhält, deren Herkunft und Inhalt es errät und geordnet darstellt.

Es stellt fest, daß einige Daten selbstfabriziert sind und andere nicht. Also erfindet das reale Gehirn ein Innen und ein Außen. Dem Innen werden die selbstfabrizierten Daten zugeordnet; dem Außen die Fremddaten. Nun entwickelt das reale Gehirn Ordnungsmodelle für das Außen. Eine Möglichkeit ist die Ordnung in einem Raum/Zeit – System, in welchem Körper vorgestellt werden, die Ursache von Daten sind. Können alle Fremddaten mit diesem Außenweltmodell deckungsgleich dargestellt werden, gilt das Modell als passend und der Realität angemessen. Auf diese Weise entsteht im realen Gehirn eine kognitive Welt. Die kognitive Welt kann dabei völlig anders sein, als die reale Welt; zwingend sei allein eine 1:1 – Zuordnungsfähigkeit der Daten, z.B. zwischen elektromagnetischer Wellenlänge und Farbe. Die Daten allerdings kommen ursprünglich aus der realen Welt. Diese müsse es zwingend geben, sodaß sich folgendes Weltmodell ergibt:

Aus einem erst später zu erläuternden chaotischen Gebrodel einer Ursuppe „subatomarer Energien“ entstehen zuerst kleine sich selbsterhaltende dynamische Strukturen, die aufgrund ihrer Selbsterhaltung trotz der Dynamik Stabilität erreichen. Diese kleinsten Regelkreise – später Wasserstoffatome genannt – bilden größere Regelkreise, zB Wasserstoffwolken. Diese organisieren sich weiter zu Sonnen und Galaxien 1., dann 2. Ordnung. Schließlich bilden sich Planeten, auf diesen Leben und letztendlich, entsprechend der Evolutionstheorie, bewußtes Leben, das sich dann kognitive Welten vorstellt, in welchen die oben beschriebenen Prozesse modellhaft nachgestellt werden und ihre Namen – zB Wasserstoff – erhalten. Demnach gibt es eine reale Welt und viele kognitive Welten (in den materiellen Gehirnen der Lebewesen), die allerdings nur mehr oder weniger adäquate Rekonstruktionen und Simulationen der realen Gehirne sind. Die subjektiven kognitiven Welten (zu denen auch die materiellen (kognitiven) Gehirne zählen) werden mittels Sprache und Handeln der Menschen einander in einem kulturellen Prozeß einander angeglichen, sodaß auch hier ein Anschein von Objektivität entsteht. Dieser Anschein sei natürlich illusionär; nicht Illusion sei allerdings die unsichtbare reale Welt dahinter.

Man (zB der Physiker) geht davon aus, daß kognitive Welt (physikalisches Modell des Universums) und Realität in Etwa deckungsgleich sind. Allerdings hat die Naturwissenschaft, also jene Institution, die das physikalische Weltmodell kreiert, keine Möglichkeit, anzugeben, wie genau Modell und Realität übereinstimmen. Sämtliche Physikprofessoren, die ich fragte, sagetn, die Übereinstimmung sei sehr hoch; ich sage, sie ist gleich null. Otto-Normalverbraucher sagt: „Modell? Das IST doch die Realität!“ Er versteht nicht mal das Problem.

Die Position der Spiritualisten

sieht folgendermaßen aus: Sie sehen das Entstehen von kognitiven Welten nicht erst am Ende einer blinden Evolution, sondern sehen es ganz am Anfang. Was die Physikalisten als physikalische Prozesse erachten, die erst viel später zu Kognition führen, erkennt der Spiritualist als rückwärts gerichtete kognitive Projektion einer virtuellen Vergangenheit nach gegenwärtigem Physikmodell der Naturwissenschaftler.

Demnach ist das Gebrodel am Uranfang eine Projektion des gegenwärtigen Physikmodells am gegenwärtigen virtuellen Zeitpfeils nach gegenwärtigen physikalischen „Natur“-Gesetzen. Ändern die Seelen der Naturwissenschaftler in der Allgegenwart ihr Physikmodell, so ändert sich auch die Vergangenheitsprojektion. Real ist der ewige Geist (Seele), der sich Raum, Zeit und Materie schafft, und in dieses Physik ermöglichende Apriori ein Bild von sich selbst projiziert, welches den raumzeitlichen Bedingungen unterworfen ist, damit die Seele als Leib in ihrer materiellen Welt leben kann.

Konsequenz

Aus dem Gesagten geht hervor, daß der Spiritualismus mit weniger Parametern auskommt und komplexer ist, als der Physikalismus. (Er enthält ihn als kognitive Welt). Folglich nimmt er eine höhere Wahrscheinlichkeit für Wahrheit ein, als dieser.

Gravierende Unterschiede zwischen diesen beiden Betrachtungsweisen Einunddesselben ergeben sich in der Anwendung der Erkenntnisse. Die Beschreibung vom Standpunkt eines Subjektes kann sofort vom Subjekt angewendet werden; (ich nenne diese Anwendung die KUNST); die Beschreibung des physikalistischen Standpunktes hat genaugenommen den StandPUNKT aufgegeben, zerstört Handlungswissen und Bewußtheit des Subjekts, führt also nicht zu subjektivem, sondern nur zu objektivem, fremdbestimmtem Handeln: zur Technik. Der homo technicus ist der standpunktlose, zerstreute Mensch, das arbeitsteilige „Rädchen im Getriebe“ – selbst Maschine. An einer objektiven, realen Welt kann ich kaum etwas ändern, denn die Naturgesetze lassen sich nicht verändern.

Aber wenn alles nichts als ein Gesellschaftstraum ist, kann ein bewußtes Wesen alles ändern, sogar die Parameter der Welt. Der Mensch ist dann nicht mehr passiver Erforscher einer gegebenen Welt, sondern Weltenschöpfer: Magier. Und zwar Verzauberer seiner Selbst und seines Spiegels, der Welt. Er ist Anwender der KUNST! Der Physikalist kann nur Technik entwickeln, kommt aber selbst (subjektiv) nicht weiter; er wird bloß von externer Technik äußerlich objektiv weitergetragen und wird Gefangener seiner Schöpfung und Sklave der jeweils etablierten Kausalkette.

Die Praxis der Magie ist wissenschaftlich nicht beweisbar. Wenn der Magier die Welt (die bekanntlich ausschließlich in der Gegenwart existiert) verändert, entsteht sofort rückwirkend eine neue Vergangenheit, denn die Kausalität wird in die Welt stets hineingesehen, wie Kant ganz richtig feststellte. Die willentlichen, indeterminierten, verändernden Eingriffe bleiben so stets unsichtbar, und die Welt bleibt in der Anschauung (also empirisch) stets kausal und determiniert. Somit sind die Eingriffe des Magiers unsichtbar, außerweltlich.

Die Evolutionstheorie ist falsch. Sie kann nicht zeigen, wie Lebendiges aus Totem entstanden sein soll; bis heute gilt ihr der Leib der Lebewesen als aus toten Atomen bestehend. Die Evolution, die Materie allgemein, ist nichts als kausale Anschauung des allgegenwärtigen ewigen Weltgeistes.

Die Tatsache, daß man den langen Weg des Physikalismus bis zum bewußten Sein wesentlich abkürzen kann, macht die spiritualistische Position plausibler, als jene, denn sie entspricht mehr dem Wahrheitskriterium der hohen Komplexität bei innerer Stimmigkeit, als der Physikalismus, der wesentlich mehr zusätzliche Annahmen machen muß, um sein System zu begründen. Dies ist der Beweis dafür, daß die Materie aus dem Geist hervorgegangen ist und nicht umgekehrt, wie die Wissenschaft behauptet! Und jetzt erst wird die Aussage von Jesus verständlich, der sagte: „Ich bin, ehe die Welt geschaffen wurde.“

Herren der Zeit

Entsprechendes gilt für die Herren der Welt. Zuerst war der Mensch da, dann schuf er sich die Zeit und mit ihr seine Geschichte. Erst seit der Mensch eine Geschichte hat, hat er sich rückwirkend als Erscheinung vor drei Millionen Jahren aus dem Affen entwickelt. Ein Beispiel soll diese Aussage verdeutlichen: Wenn ich mir eine neue Funk-Uhr kaufe und eine Batterie einsetze, zeigt sie das gegenwärtige Datum an, z.B. 1999. Diese Anzeige könnte uns verführen, anzunehmen, die Uhr würde seit eintausendneunhundertneunundneunzig Jahren laufen, denn wir können ja beobachten, daß die Anzeige jedes Jahr um eine Einheit weiterrückt. Das sagt uns die Erfahrung, die wissenschaftliche Empirie! Trotzdem ist diese Annahme falsch, wie wir wissen. Bei Uhren machen wir den Fehler nicht, aber bei der Berechnung des Alters des Universums und der Menschheit: Wir sehen den heutigen Zustand und die heutige Geschwindigkeit der Entwicklung. Daraus berechnen wir, daß es das Universum schon seit etwa 15 Milliarden und die Menschheit seit ein paar Millionen Jahren gibt. Daß es ausschließlich Gegenwart gibt, und daß Zeit ein Produkt der KUNST ist, ist den Wissenschaftlern uneinsehbar.

Wir sind also nur in unserer falschen Anschauung unserer selbst die Endglieder einer 15 Mrd. Jahren langen Kette. Und in dieser falschen Anschauung ist unser Geist ein Produkt unseres evolutionär entstandenen Gehirns. Klar, daß man bei dieser Anschauung nicht auf die Idee kommen kann, mit dem Geist auf das Gehirn zu wirken. Ich jedoch habe die Kausalkette umgedreht und kann mir folglich sehr leicht vorstellen, daß mein Geist willentlich mein materielles Gehirn, den Körper bis hin zur materiellen Welt verändern kann – rückwirkend eben, in genau derselben Reihenfolge, wie die Welt wirklich entstanden ist. Ich bin nicht das letzte Glied einer Kette, sondern die gesamte Kette und deren Schmied dazu.

Die Herren der Welt wissen dies natürlich. Sie haben ihre persönliche Geschichte mit der falschen Kausalität überwunden und agieren aus der ewigen Gegenwart heraus. Sie sind nicht nur ewige Seelen wie alle anderen Menschen auch – sie sind sich dessen bewußt! Und ausschließlich darauf kommt es an! Denn allein als bewußtes Wesen kann man die Zeit umkehren und beherrschen, d.h. neutralisieren, zu Ewigkeit machen. Die Herren der Welt sind nicht mehr an den blinden Mechanismus der Wiedergeburt gebunden; sie können sich bewußt überall zu allen Zeiten materialisieren, weil sie sich mit ihrer ewigen Seele identifizieren und sich aus ihrer Allgegenwart heraus zu beliebigem Zeitpunkt und jedem Ort materialisieren können. Sie sind Meister der KUNST. Indem sie ihre Träume und die sog. „reale Welt“ auf eine Stufe stellten, lernten sie, ihr Bewußtsein über die einzelnen Welten (Raum – Zeit – Gebilde) zu stellen. So konnte das absolute Bewußtsein wieder über das empirische dominieren.

Sind Wesen mit solchen Fähigkeiten überhaupt noch als Menschen zu bezeichnen? Ich denke ja, denn Menschen, die ihr gesamtes Potential leben, sind mehr Mensch, als Menschen, die sich auf einen rein materiellen Aspekt reduziert haben. Man kann allein dadurch, daß man sich nicht als Endprodukt einer langen Entwicklung, sondern als Anfang aller möglichen Entwicklungen sieht, ein unglaubliches Potential eröffnen. Was kann ein Endprodukt schon tun? – Es kann seine Geschichte fortstricken, also zerfallen. Aber Anfang zu sein bedeutet unendliche Schöpferkraft zu besitzen: „Alles ist möglich dem, der glaubt!“ Jetzt erst wissen wir, was Glauben wirklich heißt: Sich als Ursprung erkennen! Die Kirche hat freilich alle religiösen Begriffe nachhaltig verdorben. Laß dich nicht davon irre machen.

Wie findet man die Herren der Welt?

Es ist ganz einfach: Sie finden dich. Denn sie spüren es sofort, wenn jemand mittels seines Geistes bewußt in den kollektiven Traum – diese Welt – eingreift, wenn er die KUNST beherrscht. Sie beobachten dich, um zu prüfen, ob du mit deiner Kraft verantwortungsvoll umgehst, zum Beispiel, ob du deine Verantwortungsethik stets der Gesinnungsethik dienen läßt oder, mit anderen Worten: ob dein Verstand der Liebe dient. Man darf alles tun und alles denken, wenn es aus Liebe geschieht – sogar die Menschen verachten. Aber wer die Menschen verachtet, ohne sie zugleich zu lieben, hat versagt. Ihm wird jede weitere Einweihung versagt und er versinkt wieder im Strudel der Unwissenheit.

Als die Herren der Welt Timothy Leary fanden:

(6.9.2001) Leary schrieb in „Politik der Extase“, S. 73: „Einst, als wir getrost schlummerten, drang plötzlich eine selbstsüchtige, wahnsinnige, machthungrige Horde ausbeuterischer Verschwörer ein und zensierte und manipulierte systematisch, was unsere Augen, Ohren, Nase, Mund und Haut treffen sollte. Eine perfekt organisierte Verschwörung, unser Bewusstsein zu versklaven. Ein Science-Fiction-Horrorfilm, in dem die Häscher entschieden, welche Energien und Sinnesstimulantien uns erreichen sollen. Unsere Nervensysteme mit ihren zehn Billionen (dt: zehn Milliarden) Zellen sind von diesen grausamen, selbstsüchtigen Piraten monopolisiert worden. Wir spazieren in den Pappkulissen eines Fernsehstudios umher, die unsere Herren entworfen haben – und wir spielen die Rollen, die sie uns zuweisen. Indem sie Pawlowsche Methoden der Belohnung und Bestrafung anwenden, bringen uns unsere strengen Herrscher dazu, arglos genau das zu tun, was sie wünschen. Diese grimmige Horde, die über Umfang und Art unseres Bewußtseins (zu ihrem eigenen Nutzen) entscheidet, bedient sich unserer Eltern (die selbst blinde, verängstigte Sklaven sind) und unserer pädagogischen und kulturellen Institutionen. Wir sind nicht bei Sinnen. Wir sind unseres Augenlichtes beraubt. Die Konditionierung unserer Sinne zwingt uns, eine >Wirklichkeit< zu akzeptieren, die eine komisch-tragische Farce, eine Illusion ist…..“

Für sein Vergehen, Sätze wie diese an die Öffentlichkeit gebracht zu haben, machte Leary die Bekanntschaft mit den Herren der Welt, als eines Nachts eine Horde Polizisten sein Haus überfiel und bei einer fünfstündigen Durchsuchung bei einem seiner Gäste 15 Gramm Haschisch fand. Leary bekam 50 Jahre Gefängnis (von denen er vier Jahre absitzen mußte), weil er als Hausherr verantwortlich für den Tascheninhalt seiner Gäste gemacht wurde. Warum wurde Learys Karriere zerstört? Warum wurde er so überaus hart bestraft? – Ich will es verraten: Weil er diese Horde bekämpfte. Weil er ihre wahren Motive nicht kannte. Weil Learys Bewußtsein auf einem Level war, der diese Bestrafung nötig machte – siehe „Gesetz der Macht“ (unten). Auch ich wäre in Gefahr, wenn ich dieser Arbeit nicht den Zusatz beigestellt hätte, daß ich bereit bin, meine HP vom Netz zu nehmen, wenn die Herren der Welt für meinen materiellen Lebensunterhalt aufkommen und mich ungestört Einweihungswürdige suchen lassen. Im Gegensatz zu Leary glaube ich NICHT an Aufklärung der Massen. Ich suche nur Einzelne, die der Einweihung würdig sind. Die bösartigen Horden, von denen Leary sprach, und die Leary vernichteten, wüten nicht in den oberen Sphären; sie sind bloß Hüter der Schwelle zum hohen Land, in welches Schafe keinen Eintritt erhalten. Leary wollte die Hierarchien zerstören. Dafür wurde er bestraft.

(11.9.2001) Heute fand ich in Learys Buch auf den Seiten 157 – 159 die Bestätigung meiner Hypothese für den Grund, weshalb die Herren der Welt Leary vernichtet haben. Bevor ich jedoch diesen einen Satz zitiere, möchte ich mit weiteren Beweisen für die Existenz der Herren der Welt aufwarten, die Leary aus Ministerreden vor dem englischen Unterhaus (am 28.7.1967) herausfilterte. Thema der Parlamentsdebate war die Freigabe weicher Drogen für den Konsum durch die Gesellschaft:
Alice Bacon, Innenminister: „… Ich glaube, daß WIR gegenwärtig in diesem Lande BEDROHT sind. Ich spreche nicht nur von Cannabis, sondern auch von …. LSD. …“. … Ich war entsetzt über das, was ich da las, Paul McCartney zum Beispiel sagte unter anderem: „Gott ist in allem. Gott ist in dem Raum zwischen uns. Gott ist in dem Tisch vor dir. Gott ist alles und überall und jedermann. Rein zufällig ist mir das alles durch LSD klar geworden, aber es hätte auch durch etwas anderes geschehen können. Es ist wirklich nicht wichtig, wie ich darauf gekommen bin – das Endresultat ist alles, was zählt.“
Weiter meint Bacon: „… Welche Art von Gesellschaft werden WIR schaffen, wenn JEDER der Realität entfliehen will?“
Mr. Driberg: „Sie wollen der schrecklichen Gesellschaft entfliehen, die WIR geschaffen haben.“
Bacon: „… Es ist höchste Zeit, den Anspruch derer zurückzuweisen, die behaupten, aus Unreifen Mystiker zu machen…“

WIR – das sind die Herren der Welt. SIE betrachten sich als Schöpfer der Gesellschaft und deren Realität, wie aus den Zitaten deutlich hervorgeht. (Oder will jemand behaupten, daß Unmündige eine Gesellschaft KREIEREN können?) Und es wird auch deutlich, warum Leary vernichtet wurde: Er wollte Unreife zu Mystikern machen. Leary wußte nicht, daß man aus Schafen keine Hirten, Eremiten oder Eingeweihte machen kann. Zu meinem Glück haben Schafe nicht den Hauch einer Chance, meine HP zu verstehen.

Nachtrag

Am 19.5. hielt in der Universität Mainz ein gewisser Prof. Dr. Fritz Graf von der Uni Basel im Rahmen des „Studium generale“ den Vortrag: „Mythos und Magie“, in dem er über magische Praktiken (hauptsächlich Schadenzauber) in der Antike berichtete. In der anschließenden Diskussion fragte ich ihn: „Gibt es Magie?“ Seine Antwort (sinngemäß): „Wenn Sie daran glauben – also z.B. dann, wenn es keine naturwissenschaftliche Erklärung gibt.“

Zuerst hielt ich diese Antwort für eine Ausflucht. Aber im Gespräch im kleinen Kreis danach entpuppte sie sich als sehr aussagekräftig. Wissenschaft entzaubert die Welt! Sie zerstört Magie – ist aber selbst ebenfalls Magie! Einziger Unterschied: Sie ist (im Unterschied zur antiken Magie, die mehr lokale Formen hatte,) global und wird heute nicht als Magie erlebt, sondern als Spiegel der Wirklichkeit, weil man zwischen Glauben und rationalem Vernunftdenken zu unterscheiden können glaubt. Früher, als die Magie noch funktionierte, wurde auch diese nicht als Glaube empfunden, sondern als Wissenschaft. Der heutige Glaube, die Wissenschaft beschäftige sich mit der Wirklichkeit und die Magie mit irrealen Einbildungen, bewirkt, daß Wissenschaft als Magie funktioniert und die alte Magie ihre Zauberkraft eingebüßt hat.

Die KUNST ist dem „kleinen Mann“ verlorengegangen. Und damit er seine Kleinheit nicht zugeben muß, leugnet er die Existenz der „Herren der Welt“.

Nachtrag II:

Ein Experte für die Kantsche Philosophie, dem ich meine These, daß das Schwarze, das ich mit geschlossenen Augen sehe, der Raum – und damit eines der Kantschen a prioris (Bedingungen für Sinneswahrnehmungen) – sei, antwortete, das sei alles Quatsch, denn das Schwarze sei Anschauung und nicht dessen Bedingung. Ich gab zu, daß sein Einwand für die Farbe „schwarz“ gelte, nicht aber für die Unendlichkeit des damit eingefärbten Raumes, denn Unendlichkeit „erscheine“ uns immer da, wo es und an Anschauung mangele. Wir müssen unterscheiden zwischen der Leere, die wir schwarz sehen und dem Raum, der unendlich sei.

Nun rückte der Experte Kants Raum an eine völlig andere Stelle, als ich es tat. Zuerst komme das a priori „Raum“. Durch ihn strukturiert erscheine der Mensch (im Raum), der dann in seinem Gehirn das erzeuge, was ich „Raum“ nenne. – Meiner Ansicht nach macht hier der Experte denselben Fehler wie der Physikalist einige Kapitel zuvor in dieser Arbeit. Um hier allerdings ganz sicher zu gehen, werde ich mich allerdings noch einige Zeit mit Kants „Kritik der reinen Vernunft“ beschäftigen müssen.

Gefragt, was denn der Hauptunterschied der Menschen, die die KUNST beherrschen, zum „normalen“ Menschen sei, antwortete ich, der Meister der KUNST denke primär analog; der „normale“ in Kausalketten innerhalb der Erscheinungswelt. Dies trete zum Beispiel ganz deutlich im Unterschied der Klassischen Medizin zur esoterischen Medizin zutage: Bei der Klassischen Medizin sind Krankheitsursachen immer Störungen der kausalen chemischen Prozesse im Körper, sodaß Überschüsse oder Mängel an Stoffen entstünden, die mittels chemischer Medikamente ausgeglichen werden könnten. Die esoterische Medizin verfahre bei Krankheiten genau wie beim Träumedeuten: Sie fragt nicht nach körperlichen Ursachen für körperliche Leiden, sondern nach geistigen Ursachen: Welche geistige Fehleinstellung führte zu dieser körperlichen Krankheit? Man sollte seine Krankheiten deuten wie Träume.

Nachtrag III (30.7.06):

Das gegenwärtige politische und wirtschaftliche Geschehen läßt sich mit dem Begriffspaar „Monistischer Materialismus“ beschreiben. Es gibt keinen politischen Willen, sondern ausschließlich ökonomische Vernunft, die identisch mit ökonomischen Sachzwängen ist. Es gibt kein Subjekt, keine Willensfreiheit, keine Bewußtheit; es gibt kein Innen; alles ist Außenwelt. Es gibt keinen Standpunkt, keinen Sinn, keine Bedeutung, kein Ziel!

DAS ist die Lehre der Herren der Welt für ihre Sklaven und die, die Sklaven werden sollen. Für sich selbst nehmen sie das Gegenteil in Anspruch.

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